John daly rutscht mit dem driver in die wüste – sein ball fliegt, er selbst auch
Schon wieder ein Stunt, der nur John Daly passieren kann. Beim Cologuard Classic in Arizona stemmt sich der 59-Jährige auf einen Hang oberhalb des Fairways, zieht den Driver durch und trifft den Ball sauber – doch statt sich auf dem Grün wiederzufinden, landet er selbst im Nirwana der Wüste. Die TV-Kamera ruckt nach, das Publikum kreischt, und auf Instagram postet der Alt-Champion die Sequenz mit dem Kommentar: „Besser als jede Schaukelrutsche.“

Daly liefert den beweis: golf kann ein kino voller stunts sein
Der zweimalige Major-Sieger spielte die Par-3-Bahn 16 des Tucson-Geländes, als er sich entschloss, den Abschlag von einem mit Felsen gespickten Abhang zu wagen. Ein Schritt zu viel, ein Grashalm zu wenig – schon rutschte das linke Bein weg, Daly taumelt rückwärts, versucht vergeblich, sich am Schläger festzuhalten und kullert den Hang hinunter. Der Ball flog parallel dazu 120 Meter weit und landete unerwartet sicher auf dem Grün. Die Fans jubelten, Daly brach in schallendes Lachen aus.
Was wie ein harmloser Spaß wirkt, hat handfeste Hintergründe. Die PGA Tour Champions verlangt bei Pro-Am-Events zunehmend Showelemente, um jüngere Zuschauer zu binden. Daly, der mit seinen neonfarbenen Hosen und Zigaretten-Image seit Jahren die größte Zugkraft des Seniorenzirkels ist, liefert diese Clips auf Bestellung. Seine Instagram-Storys erreichen regelmäßig über 300.000 Aufrufe – mehr als die Highlights mancher Turniersieger.
Doch auch die Physiologin im Team schlägt Alarm. Seit einer Knie-Operation 2020 leidet Daly unter Instabilität im linken Bein. „Jeder Sturz kann das Implantat beschädigen“, sagt seine Betreuerin Pamela. Trotzdem weigert sich Daly, auf Spektakel zu verzichten. „Die Leute wollen kein langweiliges Schlag-aus-dem-Stand-Programm. Die wollen John Daly“, erklärt er.
Die Tour reagiert mit einem Zucken der Schultern. Regel 10.2b, die riskantes Verhalten unter Strafe stellen könnte, wird bei Pro-Am-Events kaum kontrolliert. Hauptsache, die Inhalte viral gehen. Die Clips aus Arizona sammelten innerhalb von zwölf Stunden über eine halbe Million Likes – ein Wert, den selbst die offiziellen PGA-Kanäle selten erreichen.
Für die ernsthafte Konkurrenz ist der Vorfall ein Doppelgesicht. Einerseits beschwert sich ein Teil der Profis, dass Daly die Runde zu einer Zirkusvorstellung mache. Andererseits zeigt die Ticket-Nachfrage für die kommenden Turniere in Florida einen Anstieg von 18 Prozent, seit die Wüsten-Rutsche online ging. Die Veranstalter buchen zusätzliche Sicherheitspersonal, fürchten aber nicht mehr die Stürze – sie fürchten, dass irgendwann keiner mehr kommt, wenn Daly aufhört, sich fallen zu lassen.
Am Ende zählt die Statistik: kein Birdie, kein Bogey, nur ein Mensch, der sich selbst zum Clown macht und dabei Millionen Augen auf sich zieht. Ein Preis, den sich John Daly gern bezahlen lässt. Solange das Knie mitmacht, wird er weiterspielen – und weiterrutschen. Die Wüste von Arizona hat bereits ihren nächsten Abhang markiert.
