Jódar: spaniens hoffnungsträger im aufwind!
Madrid bebte gestern Abend
förmlich den Triumph ab: Rafa Jódar, gerade einmal 19 Jahre alt, hält die spanischen Hoffnungen beim Mutua Madrid Open am Leben. Nach dem Aus von Carlos Alcaraz lastet nun die volle Aufmerksamkeit auf dem jungen Mann aus Leganés, der mit jedem Match schneller die Herzen der Fans erobert.
Ein aufstieg, der schwindelerregende höhen erreicht
Jódar, der die Saison auf dem 168. Rang startete, kletterte innerhalb kürzester Zeit auf Position 34 – nur noch eine Position trennt ihn von einem direkten Platz unter den Top-Größen in Roland Garros, wo Alcaraz ebenfalls ausfällt. Der Druck ist enorm, aber der junge Spanier scheint ihn zu beflügeln. Sein Sieg über Joao Fonseca, der selbst als einer der vielversprechendsten Talente gilt, war dabei ein echtes Statement.
Das Duell der Generationen, das die Caja Mágica in Atem hielt, verlief zunächst ausgeglichen. Fonseca, mit dem ganzen Medienrummel und dem Erwartungsdruck, konnte den ersten Satz noch für sich entscheiden (7:6(4)), doch Jódar konterte prompt und glich den Spielstand aus. Im Entscheidungssatz dominierte der Spanier jedoch förmlich und ließ Fonseca nur noch vier Spiele zu (6:4 im dritten Satz).
Ein Tag der Regeneration: Nach dem hart umkämpften Match verließ Jódar die Caja Mágica im engsten Familienkreis, begleitet von seinem Vater und Trainer Rafa. Unter Aufsicht des Federación Española de Tenis-Arztes Ángel Ruiz Cotorro absolvierte der Youngster anschließend eine umfassende Regenerationsbehandlung: Fahrradfahren, Wechselbäder (fünf Minuten heiß, zweieinhalb Minuten kalt) und intensive Dehnübungen. Seine Heimat, der Chamartín-Club, bot ihm einen ruhigen Rückzugsort, wo er bereits am Montagnachmittag die Bälle spülen konnte, ohne sich in die hektische Atmosphäre des Turniergeländes begeben zu müssen.
“Die Erholung ist das A und O”, betonte Jódar nach dem Sieg. Und in der Tat: Mit bereits 37 offiziellen Partien in dieser Saison trägt er die Last eines der intensivsten Programm des Tennis-Elites. Seine Bilanz von 11:1 auf Sand ist schlichtweg beeindruckend – nur Tom Okker (12:0) war in der Open Era besser gestartet. Auch Rafael Nadal, der unangefochtene König des roten Untergrunds, blickt mit seinen 8:4-Siegen im Vergleich zu Jódars Leistung neidisch herüber.
Als Nächstes steht für Jódar das Duell mit dem Tschechen Vit Kopriva (ATP 66) an, der sich dank des Ausscheidens von Arthur Rinderknech ebenfalls in der zweiten Runde festspielen konnte. Das Match ist für Dienstag um 16:00 Uhr angesetzt – eine frühe Anpfiffzeit, die auch Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner (gegen Cameron Norrie) zu einer frühen Anreise zwingt. Ein doppelter Erfolg für beide Spieler könnte ein Traum-Viertelfinale bescheren.
Die Fans feiern ihren Helden: Jódar gelang es, die Manolo Santana Arena trotz der späten Stunde in einen Hexenkessel zu verwandeln. Sein Aufstieg ist nicht nur sportlich beeindruckend, sondern auch ein Hoffnungsschimmer für die spanische Tennisszene. Er verkörpert eine neue Generation, die mit Leidenschaft und Talent die Tenniswelt erobert.
