Jena schlägt halle und schießt leipzig unter zugzwang

Der FC Carl Zeiss Jena hat in der Regionalliga Nordost das Signal aller Signale gesetzt: Mit einem 2:0 beim Tabellenvierten Halleschen FC riss der Klub die Spitze an sich und lässt Aufstiegsrivale Lok Leipzig vor dem Sonntagsspiel in Greifswald erstmals seit Wochen schwitzen.

Uluc: „wir wollten beweisen, dass wir es ernst meinen“

Trainer Volkan Uluc strahlte nach dem Schlusspfiff, war aber nicht überrascht. „Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es war wichtig, ein Statement zu setzen – und das haben wir“, sagte der 38-Jährige. Sein Team startete mit dem Vollgas-Programm: Timon Burmeister ließ nach elf Minuten den Ball aus 15 Metern per Lupfer ins lange Eck segeln, nachdem Halles Abwehr einen Freistoß verschlafen hatte. Kurz vor der Pause erhöhte Alexander Prokopenko nach einem Konter, den Malik Talabidi über 50 Meter selbst initiiert hatte, auf 2:0.

Die Gastgeber wirkten in der zweiten Hälfte ideenlos. Als Kapitän Niklas Landgraf wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz musste, war die Partie gelaufen. Jena spielte die Überzahl herunter, ließ den Ball laufen und hätte durch Emeka Oduah sogar noch erhöhen können, doch Halles Keeper Sven Müller verhinderte mit drei Glanztaten ein Debakel.

Leipzig muss nun liefern – und jena darf träumen

Leipzig muss nun liefern – und jena darf träumen

Mit nun 62 Punkten liegen die Thüringer vorübergehend einen Zähler vor Lok Leipzig, der am Sonntag in Greifswald ran muss. „Wir haben den Druck weitergereicht“, grinste Prokopenko im Mixed-Zone. Noch vor drei Wochen galt Jena als Außenseiter, doch die Serie von fünf Siegen in Folge hat das Tableau gedreht. „Wir spielen befreit auf, weil wir nichts mehr zu verlieren haben“, sagte Uluc – und das ist gerade im Aufstiegsrennen die gefährlichste aller Einstellungen.