Jena entführt oldenburg die playoff-hoffnung – wieskamp liefert den k.o.

Science City Jena hat der Tabelle einen Tritt versetzt. Der Aufsteiger schoss EWE Baskets Oldenburg mit 97:75 aus der Playoff-Spur und schob sich selbst ein Stück weg vom Abstiegsgau.

Ein 11:0-run zertrümmert oldenburgs saisonplan

Ein 11:0-run zertrümmert oldenburgs saisonplan

Die Zahren sprachlos: 28 Punkte, 6/8 Dreier – Joe Wieskamp kehrte aus der Leihe zurück und schickte Jena auf eine 29:18-Quote im dritten Viertel. Oldenburg, eigentlich Favorit, kassierte die höchste Niederlage seit Januar und rutsch auf Platz elf ab – ein Rang, der zur Play-in-Runde führt, aber nicht mehr hinein. Die Saison ist noch nicht gelaufen, der Druck aber jetzt maximal.

Heimfluch? Vergessen. Jena hatte vorher nur zwei Siege in der eigenen Halle, weniger als jedes andere BBL-Team. Die Arena am Philosophenweg verwandelte sich in einen Kessel, als Wieskamp und Kapitän Julian Albus einen 11:0-Lauf starteten – Sekunde 32 bis 5:11 im Schlussviertel. Oldenburg fand keine Antwort, traf in dieser Phase 1/8 Feldwürfe und versenkte sich in Diskussionen mit den Schiedsrichtern. Christoph Clemons, sonst sicherer 20-Punkte-Mann, blieb bei 4/14 und fühlte sich von Jena’s Switch-Defense regelrecht eingesperrt.

Der Sieg springt Jena von Platz 16 auf 14, der Vorsprung auf Heidelberg und Braunschweig wächst auf sechs beziehungsweise acht Punkte. Es sind nur zwei Abstiegsplätze – und plötzlich riechen die Thüringer Luft. „Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur Überlebenswillen, sondern auch Qualität haben“, sagte Coach Jacob Mafuta. Die Tabelle lügt nicht: Drei Siege in den letzten fünf Spielen, dazu das Selbstvertrauen eines Teams, das gelernt hat, Heimspiele zu gewinnen.

Für Oldenburg wird die Rechnung bitter. Die Playoff-Ränge 8 bis 10 liegen nur zwei Siege entfernt, aber die Konkurrenz aus Hamburg, Bonn und Würzburg lässt keine Punkte liegen. „Wir haben versucht, mit kleinem Kader zu rotieren, doch Jena hat uns ausgecoacht“, räumte Trainer Mladen Drijenčić ein. Die nächsten Gegreads: Bayern, Alba, Ulm – ein Programm, das keine Verschnaufpause erlaubt.

Der Blick zurück: Als Jena im Dezember mit 59:103 in Oldenburg unterging, wirkte der Klassenerhalt utopisch. Jetzt, 14 Wochen später, haben die Jenaer genau diese Mannschaft aus dem Playoff-Rennen geschossen. Wieskapms 28 Punkte sind nicht nur Saisonbestwert, sondern auch ein Statement: Wir sind noch lange nicht fertig. Die Liga sollte aufpassen – im Keller wird jetzt geboxt, nicht mehr gekuschelt.