Janik loosli bleibt in la chaux-de-fonds – und schickt eine botschaft an die national league

Janik Loosli geht nicht weg. Der 28-jährige Stürmer verlängert seinen Vertrag beim HC La Chaux-de-Fonds – still, aber bestimmt. Kein Tamtam, keine PR-Show, nur ein Handschlag hinter verschlossenen Türen. Und das, obwohl der SC Bern-Urgestein endlich bereit für den Sprung in die NL zu sein scheint.

13 Tore, 6 assists – und ein spiel 7, das alles entscheidet

Die Zahlen wirken bescheiden, doch wer Loosli in dieser Saison sah, weiß: Er ist der Katalysator im System von Trainer Yves Sarault. 48 Quali-Spiele, 19 Scorerpunkte, dazu ein Playoff-Auftakt gegen den EHC Visp, der ihm die Lunge rausreißt: 12 Partien, 4 Punkte, unzählige Checks, Blocked Shots, Kampfmetern. „Er arbeitet wie ein Berserker“, sagt ein Teamkollege, „und trifft, wenn’s brennt.“

Looslis Verlängerung kommt zur richtigen Zeit. Morgen Abend steht Spiel 7 in Visp an. Die Swiss-League-Saison steht auf Messers Schneide. Die Neuenburger wollen den zweiten Finalsieg in Folge, vielleicht sogar den Aufstieg. Dafür braucht es Körper, Herz – und eben Janik Loosli, der in dieser Formation endlich die Rolle findet, die ihm in Bern nie zugedacht war.

Vom nl-traum zur identifikationsfigur – warum er bleibt

Vom nl-traum zur identifikationsfigur – warum er bleibt

SC Bern hatte ihn damals nur als Leihgabe an Thurgau geschickt, nie fest verpflichtet. Dort erblühte er, wechselte 2022 an den Lac, schlug sich durch. Kein Glamour, kein Multimillionen-Budget, dafür echte Nähe. „Die Jungs hier sind meine zweite Familie“, sagte er nach dem 5:2 in Spiel 5. Und genau diese Verbundenheit macht den Unterschied.

Die Vertragslaufzeit hält der Klub geheim – Branchenkreise sprechen von zwei Jahren plus Option. Gehalt? Weniger, als er in der NL verdienen könnte. Aber Loosli will sich beweisen, will den Aufstieg schaffen, selbst wenn die NL ihn bisher nur vom Fernseher her kennt. „Wenn wir es packen, bin ich bereit“, sagt er knapp. Mehr muss er nicht sagen.

Die Fans jedenfalls jubeln. In den sozialen Netzwerken kursiert schon ein Spruch: „Wenn wir in die NL aufsteigen, nimmt Janik den Bus mit.“ Eine Hommage an einen Spieler, der nie der Schnellste war, aber der, der am längsten durchhält. Und genau deshalb bleibt er. Nicht für das Geld. Für den Moment, in dem er endlich durch die Bern-Arena skatet – im Trikot von La Chaux-de-Fonds. Das wäre seine süßeste Revanche.