Jahn regensburg schießt sich frei: 5:2-kantersieg lässt abstiegsangst schmelzen

Die SSV Jahn Regensburg hat den 30. Spieltag der 3. Liga zur Selbstbefreiung genutzt. Mit einem 5:2 (2:0) gegen den TSV Havelse feierte das Team von Co-Trainer Munier Raychouni nicht nur ein Torfestival, sondern auch die vorläufige Vorentscheidung im Abstiegskampf. Die Oberpfälzer bauen ihren Vorsprung auf die Abstiegszone auf zwölf Punkte aus – ein Polster, das in der heißen Phase der Saison von unschätzbarem Wert ist.

Raychouni startet mit schmackes

Raychouni, der nach dem überraschenden Abgang von Cheftrainer Michael Wimmer das Ruder übernahm, spürte beim Heimdebüt den Rückenwind der Fans. „Die Jungs haben sich heute befreit“, sagte er nach Abpfiff. Und das war kein Zufall. Bereits nach 120 Sekunden schlug Eric Hottmann ein – ein Treffer, der die Anspannung nahm und die Richtung vorgab. Regensburg spielte mit Tempo, mit Risiko, mit dem Blick nach vorne. Havelse wirkte wie ein Gast, der zur falschen Zeit gekommen ist.

Der TSV versuchte, sich aus der Deckung zu bewegen, doch die erste echte Chance ließ bis zur 29. Minute auf sich warten. Semi Belkahias Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei – ein Warnschuss, der Regensburg nicht aus der Ruhe brachte. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Malte Karbstein auf 2:0. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz, aber kein Konzept gegen die kompakte Defensive und die schnellen Gegenstöße der Hausherren.

Effizienz statt ballbesitz

Effizienz statt ballbesitz

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Havelse bemühte sich um Spielkontrolle, Regensburg wartete auf die Lücke. In der 56. Minute war es wieder Hottmann, der nach einem Traumpass von Christian Kühlwetter das 3:0 erzielte. Zehn Minuten später setzte Leopold Wurm mit seinem Kopfballtreffer nach einer Ecke den 4:0-Punkt. Die Gäste wirkten wie gelähmt, die Regensburger wie entfesselt.

Doch der TSV gab nicht auf. Nassim Boujellab verkürzte in der 70. Minute, Christopher Schepp erhöhte in der 76. Minute sogar auf 4:2. Auf einmal war die Anspannung zurück im Stadion. Die Führung schmolz nicht nur in der Anzeigentafel, sondern auch in den Köpfen. Regensburg zog sich zurück, verzögerte, spielte die Zeit herunter. Kurz vor Schluss machte Florian Dietz mit dem 5:2 den Deckel drauf – und die Entscheidung.

Die tabelle lügt nicht

Die tabelle lügt nicht

Mit 39 Punkten auf dem zwölften Platz ist Regensburg nun zwölf Zähler vor dem Relegationsrang. Die Luft für die Verfolger wird dünner, die Saison neigt sich dem Ende zu. Die Leistung gegen Havelse war kein Zufall, sondern die Konsequenz aus einer klaren Marschroute: Torgefahr vor Ballbesitz, Risiko vor Rückwärtsgang. „Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind für den Endspurt“, sagte Hottmann nach seinem Doppelpack. Die Fans feierten, die Spieler atmeten durch – und die Konkurrenz bekam es mit der Angst zu tun.