Jaguars-draft: ein fiasko mit ansage?
Jacksonville – Die Jacksonville Jaguars haben beim NFL Draft 2026 einen Imageschaden erlitten. Während andere Teams ihre Kader punkteten, sorgten die Jaguars für Kopfschütteln und offene Fragen. Ein Draft, der mehr als nur Diskussionen ausgelöst hat – er könnte die Zukunft des Teams nachhaltig gefährden.
Die hunter-wette: ein teurer fehler?
Die Vorgeschichte ist kompliziert. Bereits im Vorjahr handelten sich die Jaguars einen Deal ein, der ihnen den ersten Pick in diesem Jahr kostete. Ziel war Travis Hunter, ein vielversprechender Two-Way-Spieler, der sowohl in der Offense als auch in der Defense glänzen sollte. Doch nach einer verkürzten und enttäuschenden ersten Saison steht das Konzept in der Kritik. Hunter wird wohl künftig ausschließlich als Cornerback eingesetzt, was die ursprüngliche Strategie ad absurdum führt. Ein teurer Fehler, der nun die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft.
Doch das eigentliche Problem liegt nicht nur an Hunter, sondern an der gesamten Draft-Strategie. General Manager James Gladstone und sein Team schienen eine eigene Vorstellung von der Spielerbewertung zu haben – eine Vorstellung, die weit von dem entfernt war, was der Markt vorsah. Das sogenannte Consensus Board, eine Sammlung der Einschätzungen von über 100 Experten, wurde schlicht ignoriert.

Reaches ohne ende: ein drahtseilakt
Die Jaguars wählten mit dem 56. Pick Nate Boerkircher, obwohl der Markt ihn erst im 163. Bereich sah. Albert Regis folgte mit einem Abstand von 69 Positionen. Ein Muster, das sich durch den gesamten Draft zog. Nur drei von zehn Picks entsprachen dem erwarteten Wert oder wurden sogar später ausgewählt. Die restlichen Spieler – ein wahrer Reaches-Parcours – wurden teilweise über 100 Positionen zu früh gepickt. Ein Drahtseilakt, der auf Dauer nicht aufgehen kann.
Gladstone verteidigte den Draft auf der Pressekonferenz mit dem Verweis darauf, dass sein Team seine Wunschspieler bekommen habe.
