Jaguar type 01: 1000 ps elektro-gran turismo entfacht monaco

Monte Carlo war am Wochenende nur Nebenschauplatz der Formel E. Die wahre Sensation rollte vor dem Grand Prix durch die Casino-Ecken: ein getarnter Viersitzer mit 1 000 PS und 700 Kilometern Reichweite – Jaguar Type 01 heißt der Brite, der 2027 die Luxus-EV-Welt aufmischen will.

Warum der name type 01 programm ist

„Type“ stand schon auf dem Le-Mans-Sieger C-Type von 1951, später auf D-Type, E-Type und F-Type. Der Zusatz „01“ markiert den Startschuss in Jaguars reinelektrische Ära – und versetzt Retro-Puristen in Rage. Denn unter der langen Haube arbeiten keine Sechszylinder, sondern drei E-Motoren, die gemeinsam 1 300 Nm spucken. Das reicht für Sprintwerte, die bislang nur Supersportwagen vorbehalten waren.

Die Plattform trägt die Abkürzung JEA (Jaguar Electric Architecture) und ist komplett in Gaydon entwickelt. 120 kWh verbaut das Briten-Team in den ebenso flachen wie breiten Akkutunnel – genug Saft für eine Reise von München an die Côte d’Azur ohne Lade-Stopp. Preis? Zwischen 140 000 und 170 000 Euro, also Porsche Taycan Turbo S plus Londoner Premiumaufschlag.

Design-revolution statt katzenkitsch

Design-revolution statt katzenkitsch

Wer jetzt auf Chrom-Kühlergrill und Holz-Cockpit wartet, wird enttäuscht. Der Prototyp, der durch Monacos enge Gassen glitt, trug ein Tarnkleid, das die Silhouette einer fliegenden Wand preisgibt: extrem lange Motorhaube, fast senkrechte Heckscheibe, flache Fenster. Die Serienversion soll laut Insider 90 Prozent des verrissenen Type 00-Concepts übernehmen – nur eben mit vier Türen. Das Pixel-Logo leuchtet, wo früher der Sprungkatze das Fell flatterte.

Ex-Chefdesigner Gerry McGovern ließ sich für die Studie von brutalistischen Bauten inspirieren, nicht von der Tradition. Die Reaktionen auf das rosa und hellblaue Showcar spalteten 2024 das Netz – die Meinungsmache jagt nun den Verkauf. Managing Director Rawdon Glover zieht schon mal den Daumen nach oben: „Unsere Ingenieure haben ein Fahrzeug gebaut, das sich von jedem anderen E-Auto unterscheidet – im Fahrgefühl und im Charakter.“

Die 18-monats-lücke wird zur psychose

Die 18-monats-lücke wird zur psychose

Letzter Jaguar vom Band war im Frühjahr 2025 der F-Pace. Danach drehte die Fabrik die Lichter aus – umgerüstet wird auf reine Elektromobilität. Die Produktionspause von eineinhalb Jahren ist ein Risiko: Kunden wechseln die Marke, Händler hungern. Die Type 01 muss also nicht nur fahren, sondern auch die Kasse füllen. Erste Testfahrzeuge sollen noch 2025 auf exklusiven Events in Goodwood und Pebble Beach glänzen – ein Schulterschluss mit dem Geldadel, bevor 2027 die ersten Kunden ihre Schlüssel bekommen.

Für mich als Sportjournalist klingt das alles wie ein Boxkampf im Viertelstaffel-Tempo: Jaguar stellt sich in die Ecke, schwitzt 18 Monate, dann kommt der Knock-Out-Schlag. Ob die Type 01 wirklich landet? Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 1 000 PS, 700 km Reichweite, Preisbett unter 170 000 Euro. Mehr Katze geht nicht – sondern nur noch Rakete.