Fiat 500l wird zur illegalen schulbus-falle: 14 kinder in palermo gestoppt
Palermo – eine 500L als Überlandbus? Die Polizia Municipale stoppte am Dienstagmorgen in San Lorenzo genau das: eine Fiat 500L, innen geduckt vierzehn Schulkinder zwischen sieben und vierzehn Jahren – dazu noch die 42-jährige Fahrerin. Das kleine Multispace-Modell war zur rollenden Zeitbombe umfunktioniert worden.
Kein sitz, kein gurt – nur druck von hinten
Die Beamten wollten eigentlich nur eine Routinekontrolle. Was sie sahen, ließ sie kurz den Atem anhalten: auf den hinteren Sitzen quetschten sich sechs Kinder, weitere acht kauerten im Kofferraum, zwei hielten sich an den Fensterhebeln fest. Keiner trug einen Gurt, denn es gab schlicht keine mehr frei. Die Frau gab sofort zu: „Die Eltern wissen Bescheid, ich bringe sie jeden Tag zur Schule und wieder heim.“
Ein vermeintlicher Service, der schnell zur Anzeige wurde. Artikel 169 des Codice della Strada verbietet jede Personenbeförderung außerhalb der zugelassenen Sitzplätze – und das mit gutem Grund. Bei einem Aufprall wären die Kinder durch die Gegend geschleudert worden. Die Strafakte summiert sich auf über 600 Euro und fünf Punkte in Flensburg – äh, Palermo. Das Fahrzeug wurde sofort stillgelegt.

Die 500l-version „living“ reicht hinten und vorne nicht
Fiat baute die 500L von 2012 bis 2022, inklusive der siebensitzigen Variante „Living“. Doch selbst die verlängerte Version bietet maximal sieben Homologationsplätze. Die Kreativität der Fahrerin, drei Kinder pro Sitzreihe zu verfrachten, ist also nicht nur illegal, sondern auch technischer Unsinn. Mehr als 750.000 Mal fand die Kompakt-Van-Kombi einen Käufer – als Schulbus taugt sie dennoch nicht.
Die Staatsanwaltschaft für Minderjährige leitete ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Gefährdung ein. Die Eltern der Kinder müssen nun mit eigenen Konsequenzen rechnen, denn die Aufsichtspflicht endet nicht an der Haustür. Die Polizei sicherte sich die Chatprotokolle der WhatsApp-Gruppe, in der die Fahrten abgesprochen wurden.
Ende der Geschichte? Die 500L steht weiterhin am Straßenrand, Kennzeichen abgeklebt, Batterie abgeklemmt. Die Kids sind wieder mit dem regulären Schulbus unterwegs – und die Straße von San Lorenzo ein Stück sicherer. Manchmal reicht eben doch ein einziger Blitzer, um eine Katastrophe zu verhindern.
