Ivanisevic schlägt alarm: nur djokovic kann alcaraz und sinner in serie stoppen

Goran Ivanisevic schreit es in den Kroatischen Medien hinein: „Wenn Novak nicht mehr kann, dann kann es niemand.“ Der Ex-Coach des Serben sieht in seinem früheren Schützling den einzigen Spieler, der innerhalb von 48 Stunden sowohl Carlos Alcaraz als auch Jannik Sinner bei einem Grand Slam schlagen kann. Eine Ansage, die die Tenniswelt kurz vor Roland Garros aufschreckt – und zugleich die Frage aufwirft, ob Djokovic seinen Körper noch rechtzeitig in den Griff bekommt.

Die Rechnung des Kroaten ist einfach: Sinner ist momentan die Maschine, Alcaraz der Tornado. Beide haben zusammen die letzten fünf Majors gewonnen. „Nur Novak besitzt das Schachbrett im Kopf und die Beine, um beide nacheinander zu schlagen“, sagt Ivanisevic. Er spricht aus Erfahrung – fünf Jahre lang saß er in der Box, sah Djokovic 2023 in New York den 24. Slam holen und weiß, wie sich der Serbe in Phasen der Krise neu erfindet.

Das finale von melbourne war kein abschied, sondern eine kampfansage

Die meisten Experten hatten Djokovic nach dem Viertelfinal-Aus in Wimbledon 2024 abgeschrieben. Doch der 37-Jährige kehrte in Melbourne zurück, schoss sich mit Siegen über Sinner und Medvedev ins Endspiel und ließ Alcaraz erstmals seit Wimbledon 2023 wieder zittern. Vier Sätze, 3:6 im vierten – aber die Botschaft war klar: Der König ist noch nicht tot, er holt nur Luft.

Der Haken: Die Schulter. Seit Indian Wells schleppt Djokovic eine Impingement-Schulter mit sich, musste Monte Carlo absagen, Miami sausen lassen. Die Frage ist nicht mehr, ob er noch kann – sondern ob er noch darf, medizinisch gesehen. Die French Open starten in sechs Wochen. Wer ihm zutraut, sich bis dahen zu kurieren, kennt seine Trainingslager in den Bergen von Belgrad nicht.

Warum die next gen djokovic braucht – ob sie will oder nicht

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Ohne Djokovic fehlt der Tour der Bösewicht, der Referenzpunkt. Sinner mag 28 Matches in Serie gewinnen, Alcaraz zaubernde Winner schlagen – beide wissen: Solange Djokovic im Draw steht, zählt erst der letzte Punkt. Ivanisevic nennt das „die Angst der Favoriten“. Sie schlummert tief im Unterbewusstsein, schlägt erst im fünften Satz zu.

Die Statistik gibt ihm recht. Djokovic ist der einzige Spieler mit einem positiven Head-to-Head gegen Sinner (4-2) und Alcaraz (6-5) seit 2022. Kein anderer Top-Ten-Spieler kann das von sich behaupten. Die Tour ohne ihn? Eine Zeitung ohne Leitartikel – alles nachvollziehbar, aber nichts mehr zum Fürchten.

Also wartet Paris. Und Djokovic wartet mit. Seine Physiotherapeuten haben die Schulter in eine Schiene aus Stahl und Tape gegossen, sein Mentalcoach sendet täglich Mantras. Ivanisevic lacht nur: „Er wird kommen. Und wenn er kommt, vergessen alle, wer die letzten sechs Monate dominiert hat.“

Die Uhr tickt. Die French-Open-Auslosung erscheint am 22. Mai. Fällt Djokovic dort aus der Lostopf-Top-Hälfte, könnte es im Halbfinale zum Showdown mit Sinner kommen – und im Finale zum Duell mit Alcaraz. Zwei Matches, 48 Stunden, ein Schlaganfall für die Ewigkeit. Ivanisevic hat schon den Satz parat: „Wenn er beide schlägt, braucht er keine 25. Trophäe. Dann hat er die Tour längst wieder eingenommen.“