Itten fehlt, fortuna zittert: düsseldorf muss in fürth ohne topstürmer überleben

Cedric Itten trifft, trifft, trifft – nur nicht am Sonntag. Die fünfte Gelbe Karte bremst den Schweizer mit dem Torriecher genau dann, wenn Fortuna Düsseldorf ihn am dringendsten braucht. Ohne ihren 15-Tore-Mann reist der Tabellen-15. zum Saisonfinale nach Fürth, wo schon ein Punkt reicht, um den Klassenerhalt zu sichern. Doch die Rechnung hat einen Haken: Verliert F95 und punkten Bielefeld und Braunschweig, droht die Horror-Relegation. Oder noch schlimmer.

Der mann, der 55 prozent aller fortuna-tore maßgeblich vorbereitete, sitzt in der kabine

Itten selbst wirkt gelassen. „Ich nutze die Woche für Extrageschosse“, sagt er nach dem Abschlusstraining und grinst, als wäre Freitagabend. Dabei ist ihm klar, dass seine Trefferquote von einem Tor alle 138 Minuten am Sonntag fehlen wird. Kein anderer Zweitligaspieler war an 55 Prozent der eigenen Vereinstreffer beteiligt – ein Wert, der die Abhängigkeit unterstreicht und die Fürther Abwehr erleichtert.

Die Statistik ist brutaler Spiegel des Düsseldorfer Pflichtprogramms: 33 Tore in 33 Spielen, Schlusslicht der Liga. Vor der Saison sprach der Klub noch vom Aufstieg, nun zählt jeder Ballkontakt gegen die Franken. „Viele Umstellungen, viel Unruhe“, bilanziert Itten. Drei Trainerwechsel, ein neuer Sportvorstand, zuletzt drei Siege aus fünf Spielen – die Kurve zeigt nach oben, aber die Kurve ist schmal.

Greuther fürth steht mit dem rücken zur wand – und das kann gefährlich werden

Greuther fürth steht mit dem rücken zur wand – und das kann gefährlich werden

Die Gastgeber müssen gewinnen, son fliegt die Elf von Trainer Alexander Zorniger direkt in die Dritte. Das Kleeblatt liefert sich in der eigenen Arena ein Finale gegen den Abstieg, angetrieben von 15.000 Fans, die ihre Spieler in jeden Zweikampf peitschen werden. „Die werden jeden Meter mitnehmen“, warnt Itten, der vom Bankplatz aus nur hoffen kann, dass seine Kollegen die erste Gelbwelle überstehen.

Die möglichen Szenarien lesen sich wie ein Drehbuch für Nervenkitzel: Sieg – alles gut. Unentschieden – reicht nur, wenn Bielefeld nicht gewinnt und Braunschweig auf Schalke verliert. Niederlage – Relegation, falls Konkurrenten punkten. Bei einer Pleite mit zwei Toren Unterschied plus Bielefeld-Sieg droht gar der direkte Abstieg. Itten will sich nicht in Rechnereien verlieren. „Handy bleibt in der Tasche, ich bin nur bei meinem Team“, sagt er. Die Botschaft: Er glaubt an die Jungs, auch wenn er selbst nicht dabei ist.

Die saison war für itten persönlich ein erfolg – für den klub ein debakel

Die saison war für itten persönlich ein erfolg – für den klub ein debakel

15 Tore, drei Vorlagen, WM-Traum: Der 29-Jährige liefert die beste Einzelbilanz seiner Karriere. Dass er dafür möglicherweise in der Relegation noch einmal ran muss, findet er „nicht ideal, aber bereit“. Die Zahlen sprechen für ihn, nicht für Fortuna. Es ist das Paradox der Saison: Während Itten seine Bestmarke jagt, stolpert der Traditionsclub auf einen Negativrekord zu.

Sonntag, 15.30 Uhr, Sportpark Ronhof. Fürth braucht drei Punkte, Düsseldorf einen. Itten sitzt in warmen Klamotten, die Stimme wird heiser sein. Am Ende zählt nur, ob die Fortuna ohne ihren Torjäger überlebt – oder ob die Saison doch noch ein verlängertes Finale bekommt. Der Schweizer hat schon angeboten, im Training die Elfmeter zu üben. Für den Fall der Fälle.