Italienischer fußball: ausländischer trainer denkbar – malagò überrascht!
Rom – Der italienische Fußball steht vor einem möglichen Umbruch. Giovanni Malagò, der neue Präsident des italienischen Fußballverbands FIGC, hat in einem Interview mit La Repubblica überraschend die Tür für die Verpflichtung eines ausländischen Nationaltrainers geöffnet. Ein Novum, das die Fußballfans in Italien gleichermaßen überrascht und polarisiert.
Die historische perspektive: garbutt, czeizler und die tradition
Bislang war die Squadra Azzurra stets von italienischen Trainern betreut worden. Zwar gab es in den 1950er Jahren kurzzeitig den ungarischen Trainer Lajos Czeizler im Betreuerstab, und bereits 1913/14 wirkte der Engländer William Garbutt als Coach – doch ein ausländischer Chefcoach im modernen Sinne gab es in Italien noch nie. Malagò betont, dass bei der Suche nach einem neuen Trainer die Nationalität zweitrangig sei. Entscheidend seien Motivation und Überzeugung.
„Er darf den Posten nicht nur wegen des Geldes übernehmen“, so Malagò deutlich. Die finanzielle Komponente spiele zwar eine Rolle, doch ein Kandidat mit überzogenen Forderungen sei für ihn ausgeschlossen. Vielmehr suche man jemanden, der sich voll und ganz den kommenden zwei Jahren widmen könne. Es geht um Leidenschaft, um die Fähigkeit, Begeisterung zu wecken und die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur zu bringen – nach den enttäuschenden Ergebnissen in der WM-Qualifikation.

Mancini und conte im fokus – doch malagò schweigt
Die Wahl von Malagò zum neuen Präsidenten fiel am Montag. Er steht nun vor der dringenden Aufgabe, einen Nachfolger für den entlassenen Trainer zu finden. Roberto Mancini, der die Nationalmannschaft bereits von 2018 bis 2023 erfolgreich betreute und 2021 die EM gewann, gilt weiterhin als einer der Top-Kandidaten. Zu den weiteren gehandelten Namen gehört Antonio Conte, der die Squadra Azzurra bereits zwischen 2014 und 2016 trainierte.
Doch Malagò ließ jegliche Spekulationen im Raum stehen. Auf die Frage nach Roberto Mancini antwortete er ausweichend: „Ich habe nicht mit Roberto gesprochen.“ Diese diplomatische Antwort lässt die Frage offen, ob Mancini überhaupt in der Verlosung ist. Die Fans warten gespannt auf eine Entscheidung, die den italienischen Fußball nachhaltig prägen könnte.
Die Suche nach einem neuen Trainer ist für Malagò nicht nur eine sportliche, sondern auch eine politische Aufgabe. Er muss einen Kompromiss zwischen Tradition und Innovation finden, um die Nationalmannschaft wieder zu Höchstleistungen zu führen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob er den richtigen Kandidaten gefunden hat, um die italienische Fußball-Elite zurück an die Weltspitze zu führen. Die Verantwortung liegt bei ihm, und die Erwartungen sind hoch.
