Italienische liga plant machtwechsel: malagò oder abete – wer wird neuer präsident?
Rom – Die italienische Fußballwelt steht vor einem Umbruch. Der überraschend schnelle Rückhalt der Serie A für Giovanni Malagò im Rennen um den neuen Präsidenten des italienischen Fußballverbands (FIGC) hat die politische Landschaft des Sports gehörig durcheinandergebracht. Giancarlo Abete, bisheriger Präsident der Lega Dilettanti, kontert mit eigenen Manövern und versucht, eine Gegenbewegung zu organisieren – ein Machtkampf beginnt, dessen Ausgang weitreichende Folgen für den italienischen Fußball haben könnte.
Die zahlen sprechen eine deutliche sprache – aber täuschen
Die Lega Serie A kontrolliert mit 18% der Stimmen einen bedeutenden Anteil bei der Wahl des neuen FIGC-Präsidenten. Abetes Lega Dilettanti kommt auf 34%. Doch die scheinbare Führung ist trügerisch, denn für eine Mehrheit sind 51% erforderlich. „Große Koalitionen“ sind also unerlässlich, um das Ziel zu erreichen. Die verschiedenen Interessengruppen innerhalb des italienischen Fußballs sind nun in fieberhafter Suche nach Gesprächen mit den beiden Kandidaten, um deren Programme im Detail zu verstehen.
Auch die Serie B (6% der Stimmen) hat bereits eine Mitgliederversammlung angesetzt, bei der die zukünftige Führung der FIGC zwangsläufig ein zentrales Thema sein wird, selbst wenn sie nicht offiziell auf der Tagesordnung steht. Trotz der Nähe des Serie-B-Präsidenten Paolo Bedin zum Sportminister Abodi – der dem Kandidaten Malagò nicht sonderlich wohlgesonnen ist – zeichnet sich eine innere Zerrissenheit innerhalb der Liga ab. Es scheint unwahrscheinlich, dass sie selbst einen eigenen Kandidaten aufstellen wird, wie es sich Abete wünscht.
Die Lega Pro unter der Leitung von Matteo Marani (12% der Stimmen) wird ihre Versammlung am 28. April abhalten. Bis dahin sind zahlreiche Gespräche geplant, um herauszufinden, welcher Kandidat die Interessen der Liga am besten vertritt – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Reduzierung der Anzahl professioneller Vereine.

Malagòs kompaktheit als politisches signal
Die 19 Stimmen der Serie A für Malagò, die in Rekordzeit und mit bemerkenswerter Geschlossenheit abgegeben wurden, senden ein starkes politisches Signal an alle Beteiligten. Auch die Interessenvertretungen der Spieler (Assocalciatori) und der Trainer (Assoallenatori) sind beeindruckt von Malagòs Führungsqualitäten. Sie verfügen gemeinsam über 30% der Stimmen, was einen erheblichen Einfluss auf das Wahlergebnis haben kann. Die technischen Gremien scheinen ebenfalls von Malagòs Kompetenz überzeugt zu sein, auch hier sind jedoch Gespräche mit beiden Kandidaten geplant.
Ein entscheidender Punkt ist, dass die Aic (italienischer Fußballspielerverband) keine dritte Kandidatur forcieren möchte, um eine potenzielle Vertrauenskrise und den Ausschluss von der Wahl zu vermeiden. Die Namen Albertini und Tommasi werden zwar weiterhin gehandelt, aber weder der Aic-Präsident Calcagno noch die potenziellen Kandidaten selbst möchten eine Kandidatur durch den Verband selbst initiieren lassen. Angesichts der bereits feststehenden Positionen der Serie A und der Lnd (Lega Nazionale Dilettanti) wird es schwierig, eine alternative Lösung zu finden. Selbst ein Rückzug Abetes könnte die Situation nicht grundlegend verändern. Er betonte gestern, dass der Name eines Spielers zwar attraktiv und einfach zu nutzen sei, er aber nicht allein die Probleme lösen könne.
