Italienische fußballer bleiben außen vor: wer wird gravinas nachfolger?
Rom – Die italienische Fußballszene hält den Atem an. Nach den intensiven Beratungen gestern Abend steht fest: Keiner der bekannten Fußballstars wird sich um das Präsidentenamt des italienischen Fußballverbands (FIGC) bewerben. Ein überraschendes Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse neu ordnet und den Weg für Giovanni Malagò und Giancarlo Abete ebnet.
Malagò im vorteil: breite unterstützung aus der serie a
Die Entscheidung fiel abrupt: Umberto Calcagno, Präsident der Spielergewerkschaft (Assocalciatori), und Renzo Ulivieri, Chef des Verbands der Fußballtrainer (Assoallenatori), traten gestern in Rom mit den beiden Kandidaten in Kontakt. Nach etwa einer halben Stunde Gespräch mit Giovanni Malagò, dem designierten Kandidaten der Serie A (mit Ausnahme von Claudio Lotito), zeigte sich Ulivieri beeindruckt. Malagòs Enthusiasmus und seine Leidenschaft für den Sport wirkten überzeugend. Die einhellige Unterstützung der Serie A, abgesehen von Lotito, verleiht ihm einen deutlichen Vorteil gegenüber Abete.
Obwohl Malagò sein detailliertes Programm noch nicht vorstellte, wurden bereits einige wichtige Punkte angesprochen, darunter die Notwendigkeit einer Reform der Ligen. Ein pauschaler Abbau von Profivereinen wird vermieden, stattdessen sollen die Kriterien für die National-Lizenzen verschärft werden, um sicherzustellen, dass nur wirtschaftlich tragfähige Klubs in der Lage sind, eine Saison zu finanzieren. Ein deutliches Signal, das sowohl die Spieler- als auch die Trainervertreter anspricht.

Abete setzt auf kontinuität: der mann aus dem inneren des systems
Auch Giancarlo Abete, der die Unterstützung der Lega Nazionale Dilettanti (LND) genießt, präsentierte sich gestern in Rom. Das Gespräch verlief substanzieller als das mit Malagò, da Abete die Mechanismen des FIGC bestens kennt. Er betonte seine Entschlossenheit, die Interessen der LND zu vertreten und forderte eine Führungspersönlichkeit aus dem Inneren des Systems. Das schließt eine Kandidatur eines ehemaligen Spielers endgültig aus, da die Spielergewerkschaft (AIC) vorzieht, einen Kandidaten von einer anderen Komponente zu unterstützen – eine Strategie, die bisher scheiterte.
Die Entscheidung ist gefallen: Die AIC und AIAC werden keinen dritten Kandidaten nominieren. Die Serie B und die Lega Pro werden die Programme beider Kandidaten prüfen, bevor sie ihre Entscheidung treffen – eine Entscheidung, die hoffentlich dem italienischen Fußball insgesamt zugutekommt.
Die Uhr tickt: Am 22. Juni wird der Nachfolger von Gabriele Gravina gewählt. Ein Rennen, das die italienische Fußballlandschaft weiterhin in Atem hält.
