Italiener jubeln in der fremde: calafiori rettet, reggiani trifft – und donnarumma patzt

Während in der Kurve des Emirates Stadions noch der Jubel über den 2:1-Sieg von Arsenal gegen Everton nachhallt, atmet Riccardo Calafiori durch. Seine Grätsche in der 87. Minute verhinderte den sicheren Ausgleich – und katapultierte die Gunners auf Platz zwei. Drei Stunden später lässt sich der 22-Jährige in der Mixed-Zone erklären, warum er für diese Aktion einen Salto riskierte: „Wenn du in London spielst, zählt nur der Sieg. Die Knie heilen, Punkte verloren sind für immer.“

Reggiani lässt den signal-iduna-park beben

Der Name Tommaso Reggiani war bis Samstagabend nur Insidern ein Begriff. Dann donnerte der 19-jährige Flügelspieler die Kugel aus 18 Metern ins Kreuzeck – sein erstes Tor im BVB-Trikot bescherte Dortmund die Führung gegen Leverkusen und Twitter einen neuen Trending-Top-Ten-Platz. Edin Terzić reagiert lapidar: „Er trägt jetzt Nr. 38, nächste Woche vielleicht schon 11.“ Die Ablöse von 3,5 Mio. Euro an Cesena scheint damit bereits amortisiert.

Doch nicht alle Italiener durften jubeln. In Manchester lässt Gianluigi Donnarumma einen harmlosen Schuss von Haaland durch die Hände gleiten – PSG verliert 1:3 und droht in der Gruppenphase das Nachsehen zu haben. Die französische Sportzeitung „L'Équipe“ verpasst ihm ein 3/10 – die schlechteste Note seit 2012. Für Italiens Nummer eins beginnt die kritische Phase früher als erwartet.

Chiesa und lucca: bank statt bühne

Chiesa und lucca: bank statt bühne

Für Federico Chiesa war es der dritten Einsatz in Folge in der Nachspielzeit. Jürgen Klopp begründet die 91. Minute gegen Tottenham mit taktischer Frische, Kritiker sprechen von „Zeitverschwendung“. Gleiches Schicksal teilt Lorenzo Lucca: Der 2,03-m-Hüne sitzt beim Aufsteiger Nottingham Forest durchgängig außerhalb des Kaders – Grund: Coach Nuno Espírito Santo fordert mehr Laufarbeit, Luccas Durchschnitt liegt bei 8,2 km pro 90 Min.

Die Bilanz des Wochenendes: fünf Tore, zwei Assists, ein Patzer – und viele offene Fragen. Die Serie-A-Abgänge erleben derzeit eine Zerreißprobe zwischen Anpassung und Durchbruch. Wer sich behauptet, profitiert von lukrativen Werbeverträgen und Startelf-Chancen in der kommenden Nations-League-Phase. Wer strauchelt, muss mit dem Ruf des „Systemspielers“ leben – und einem Marktwert, der sinkt, bevor der Frühling beginnt.

Die nächsten 90 Minuten entscheiden über den Sommer. Und darüber, ob Italiens Trainer Luciano Spalletti im Juni auf echte Leistungsträger oder auf kuriose Notlösungen zurückgreifen muss.