Italien trauert um evaristo beccalossi: eine legende geht!
Ein Schock für den italienischen Fußball: Evaristo Beccalossi, eine Ikone des Calcio und Mentor vieler Jugendnationalspieler, ist verstorben. Sein Verlust hinterlässt eine tiefe Lücke, nicht nur im sportlichen Bereich, sondern vor allem im Herzen derer, die ihn kennenlernten.
Ein mythos, der mehr war als nur fußball
Alberto Bollini, aktueller Trainer der italienischen U19-Nationalmannschaft, blickt wehmütig zurück auf eine außergewöhnliche Beziehung. "Für mich war Evaristo Beccalossi zunächst ein Fußballmythos“, erinnert sich Bollini. „Ich verfolge ihn als Junge und diesen Fußball, den viele als romantisch bezeichnen, ich nenne ihn romantisch-technisch. Da war das Vergnügen am Sonntagsspiel, und er verkörperte diese technische Ausdrucksweise der Leidenschaft für alle Altersgruppen.“
Die beiden verband eine Freundschaft, die weit über das Spielfeld hinausging. Bollini schildert Anekdoten von gemeinsamen Urlaubsreisen, unvergesslichen Konzerten – Max Pezzali war ein besonderer Favorit – und Beccalossis unbändige Lebensfreude, die er stets mit sich trug. „Er war immer da, auch in schwierigen Zeiten“, so Bollini, der sich besonders an Beccalossis Besuch erinnert, als seine Mutter verstarb. „Diese Beziehungen bleiben und gehen über den Sport hinaus.“

Mehr als nur ein chefdelegierter: ein freund und ratgeber
Beccalossi war für Bollini nicht nur ein Vorgesetzter, sondern ein Vertrauter, dessen unorthodoxer Führungsstil stets von Empathie und Humor geprägt war. „Er konnte Chef von allen und von niemandem zugleich sein“, beschreibt Bollini. „Er bevorzugte eine lockere Atmosphäre und verstand es, eine wunderbare Interaktion mit dem gesamten Staff zu schaffen. Seine Spontaneität und sein gutes Herz waren einzigartig.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Bollini von Beccalossis Fähigkeit, sich den jungen Spielern anzunähern, insbesondere denjenigen, die im sportlichen Bereich Schwierigkeiten hatten oder nicht so leicht in das System passten. „Er war alles andere als Strategie und Programmierung“, betont Bollini. „Sein Umgang mit den Jugendlichen war von Spontaneität geprägt.“
Der Gewinn der U19-Europameisterschaft bleibt ein unvergesslicher Moment. „Zu sehen, wie Evaristo, nach allem, was er erlebt hat, aus Emotionen weinte, ist ein Bild, das ich nie vergessen werde“, so Bollini.

Ein vermächtnis der lebensfreude und des genies
Beccalossi hinterlässt ein Vermächtnis, das weit über seine fußballerischen Leistungen hinausgeht. Er war ein Mensch, der das Leben in vollen Zügen genoss und seine Begeisterung an andere weitergab. „Er hat mit seiner genialen Einfachheit etwas in die Menschen gebracht“, schließt Bollini. „Er war einzigartig. Ich hoffe, dass ein anderer Beccalossi neu entstehen kann – im Leben bezweifle ich das jedoch.“
