Italien schielt schon wieder auf die relegation – und die angst wächst

Die Azzurri haben die Gruppenphase verpasst, wieder einmal. Statt in Katar zu feiern, mussten sie zusehen, wie Nordmazedonien sie 2022 im Play-off-Halbfinale ausknockte. Jetzt droht das gleiche Déjà-vu: Im März geht’s gegen Nordirland, danach warten Wales oder Bosnien. Drei Spiele trennen Italien vom Sommermärchen – oder von der dritten WM-Pleite in Folge.

Die qualifikation begann mit einem klatsche

Gattusos Start verlief holprig. Norwegen schlug die Squadra im ersten Spiel 3:1, und ab diesem Moment jagte Italien nur noch der eigenen Schatten. Selbst das 4:0 gegen Malta half nichts, weil die Norweger nie stolperten. Die Rechnung war simpel: Wer in Gruppe C Zweiter wird, muss in die Relegation. Italien wurde Zweiter – und landete im Losglück.

Der Halbfinal-Gegner ist machbar: Nordirland hat die Azzurri noch nie geschlagen, die Bilanz lautet 3-2-0. Das Rückspiel findet in Bergamo statt, wo 2019 noch die Atalanta-Fans die Champions-League-Nächte erfanden. Das klingt nach Heimvorteil, doch die Realität ist hart: Wer im Finale auswärts ran muss, der reist nach Cardiff oder Sarajevo. Beide Stadien sind berüchtigt für ihre Feuerkessel, und beide Teams kennen den Knock-out-Modus bestens.

Die geschichte nagt an den nerven

Die geschichte nagt an den nerven

Stockholm 2017: 0:1. Palermo 2022: 0:1. Beide Male jubelte ein Underdog, beide Male blieb Italien daheim. Die Wettbüros sehen diesmal 1,45 für den Einzug, doch die Quote täuscht. Die Mannschaft ist jung, der Sturm ohne Immobile und Zaniolo nur Notlösung, und Gattuso tritt erstmals in einem K.-o.-Duell als Nationalcoach an. Die Frage lautet nicht mehr, ob Italien besser ist – sondern ob es die Nerven behält.

Der Countdown läuft: 180 Minuten Fußball, verteilt auf zwei Abende, entscheiden über die Zukunft eines vierfachen Weltmeisters. Schafft es die Azzurri nicht, wird sie der Sommer nicht vermissen – sie wird sie vergessen. Und dann bleibt nur die tröstliche Gewissheit: Selbst die große Nationen tragen irgendwann nur noch die Sterne auf der Brust, nicht mehr im Kopf.