Italien im schock: bierhoff kritisiert generationstalent-aus!
Dortmund – Der italienische Fußball steckt in einer Krise, die ihresgleichen sucht. Nach dem dritten verpassten WM-Turnier in Folge steht die Squadra Azzurra vor einem epochalen Umbruch. Oliver Bierhoff, ehemaliger Teammanager der DFB-Elf und einstiger Serie-A-Profi, hat nun scharfe Kritik an der aktuellen Entwicklung geäußert und deutet einen Weg aus dem Tal weist an.
Die 90er sind vorbei: bierhoffs analyse
„Italien hat seit Jahren Probleme, die die Euphorie nach der EM nur kurzzeitig kaschiert haben“, so Bierhoff in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport. Die Nicht-Qualifikation für die WM ist für den 57-Jährigen ein Weckruf: „Manchmal muss man den Tiefpunkt erreichen, um wieder aufzusteigen.“ Bierhoff sieht die Ursache in einer mangelnden Anpassungsfähigkeit an die modernen Gegebenheiten des Fußballs. „Italien steckt in den 90er Jahren fest. Sie haben den Anschluss verpasst.“
Das Problem liegt laut Bierhoff nicht nur in veralteten Strukturen, sondern auch in der Qualität des Kaders. „Wenn eine Nationalmannschaft nicht aus Spielern besteht, die von Europas Top-Clubs umworben werden, ist das ein Zeichen für Schwäche“, betonte er. Im Vergleich zu Nationen wie Spanien oder Portugal, deren Spieler regelmäßig in den Top-Teams Europas zu finden sind, fehlt es Italien an dieser internationalen Strahlkraft.
Die Jugendarbeit in Italien hinkt ebenfalls hinterher. Nur wenige Talente aus den Jugendmannschaftenschaffen den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Diese Entwicklung erinnert an die sportliche Jugendkrise der DFB-Elf in den 2000er Jahren, die Bierhoff als Teammanager maßgeblich überwinden konnte.

Em 2032 in gefahr? ceferins warnung
Die Probleme beschränken sich nicht nur auf die Nationalmannschaft. Auch der italienische Vereinsfußball befindet sich in einer Krise. Kein einziges Team der Serie A erreichte das Champions-League-Viertelfinale. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat nun mit dem Entzug der EM 2032 gedroht, sollte Italien seine Infrastruktur nicht verbessern. Die Konsequenzen für den italienischen Fußball könnten nicht gravierender sein.
Bierhoff plädiert für einen Neuanfang: „Ich denke, wir werden mit einem neuen Trainer und etwas Enthusiasmus in die Qualifikation für die Europapokal-Wettbewerbe gehen müssen, aber die Grundlagen müssen sich ändern.“ Die Schlüsselspieler des italienischen Fußballs müssen sich zusammenschließen, unabhängig von Verband, Liga oder anderen Interessen. Nur so kann es gelingen, die aktuelle Situation zu verbessern.
Die sofortigen Reaktionen auf das WM-Debakel waren bereits spürbar: Verbandspräsident Gabriele Gravina und Delegationsleiter Gianluigi Buffon traten mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurück. Ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen die Notwendigkeit eines radikalen Umbruchs erkannt haben. Doch die Frage bleibt: Wird es gelingen, den italienischen Fußball wieder zu alter Stärke zu führen? Die Zeit drängt.
