Italiano feuert bologna nach sassuolo-sieg auf roma-kurs

Vincenzo Italiano atmete tief durch, dann kam die Kampfansage. „Dieser Sieg tankt uns mit Selbstvertrauen für Roma“, sagte der Coach nach dem 1:0 in Reggio Emilia, das sein Bologna wieder in die Spur der Europa-League-Tickets warf. Der Treffer von Thijs Dallinga nach 23 Minuten war mehr als nur ein Tor – er war die Antwort auf eine Woche volzitternder Verletzungsmeldungen.

Dallinga löst den knoten

Der Niederländer hatte zuletzt mit der Klinke in der Hand gestanden, doch seine Direktabnahme aus 14 Metern war pure Entlastung. „Er hat den Ball sofort genommen, keine Sekunde gezögert. Genau das brauchten wir“, beschrieb Italiano die Szene, die den Mapei-Stadium zum Verstummen brachte. Dallinga selbst schien nach dem Abpfiff kaum zu glauben, dass seine Saison plötzlich wieder Fahrt aufnahm.

Der Coach hatte gewarnt. Nach der Europa-League-Partie gegen LASK drohte der typische Hangover, doch seine Startelf spielte 45 Minuten lang wie auf Amphetamin. Castro und Orsolini rissen zweimal den Kopf hoch, Heggem schob sich auf der linken Seite in jeden Zweikampf. Bologna hätte vor der Pause ausschließen müssen, stattdessen blieb es beim 1:0 – und Sassuolo kam zurück.

Modul-wechsel der neroverdi bringt italiano ins schwitzen

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Dionisi stellte auf Dreierkette um, Bologna verlor die Räume. Plötzlich lagen die Linien weit auseinander, De Silvestri musste zweimal in letzter Sekunde klären. „Wir haben die zweite Hälfte verordnet, statt zu diktieren“, kritisierte Italiano, doch er lobte anschließend die Reife seiner Mannschaft. „Keine Flatter, kein Chaos – nur noch drei Punkte und nach Hause.“

Die Tabelle lügt nicht: Mit 47 Zählern hat Bologna die Roma (46) im Nacken, die am Donnerstabend in Dall’Ara gastiert. Italiano weiß, dass seine Defensive um Buongiorno und Calafiori jetzt jeden Meter verteidigen muss, weil die Verletztenliste weiter wächst. Aebischer fällt mit Muskelbündelriss aus, Ferguson laboriert an der Sprunggelenks-Kapsel. „Wir müssen improvisieren, aber wir haben genug Charakter“, sagt der Coach und meint damit wohl auch sich selbst.

Die Roma reist mit Dybala und Lukaku an, doch Italiano hat die bessere Ausgangslage: Sein Team hat gerade bewiesen, dass es auch ohne Gala-Fußball drei Punkte holt. Wenn Dallinga weiter Tore schießt und die Abwehr so kompakt bleibt wie in Reggio Emilia, könnte der Europa-League-Traum Realität werden. Die Fans auf der Curva Bulgarelli wissen: Am Donnerstag zählt nur ein Ergebnis – und das ist 90 Minuten lang alles andere als garantiert.