Irans wm-teilame steht auf messers schneide: fifa prüft asien-nachrücker
Die Fußball-Welt droht ein Stück weit zusätzlich zu implodieren. Knapp acht Monate vor dem Eröffnungsspiel in den USA zögert die FIFA, Irans Startplatz im Gruppe-G-Feuerwerk mit Belgien, Ägypten und Neuseeland überhaupt noch zu garantieren. Mehdi Taj, Präsident des iranischen Verbandes, sagte dem Portal Varzesh3 mit klappernder Stimme: „Nach diesem Angriff können wir nicht länger mit Hoffnung auf die Weltmeisterschaft blicken.“ Ein Satz, der binnen Minuten die Büros von Zürich bis Doha in Alarm versetzte.

Die fifa reagiert mit schweigen – und einem plan b
Generalsekretär Mattias Grafström bestätigte am Rande der Executive-Sitzung lediglich, man beobachte „alle Entwicklungen weltweit aufmerksam“. Hinter den Kulissen aber liegt laut Insidern ein Papier bereit, das den Notfall-Modus für Asien skizziert. Sollte Iran tatsächlich forfait geben, rückt der nächstbeste Asien-Vertreter nach – derzeit Irak, das am 31. März im Play-off gegen den Sieger aus Bolivien und Suriname steht. Die Idee, Italien oder eine andere europäische Großmacht zu reaktivieren, gilt als fernste Fantasie.
Die politische Brisanz ist kaum zu überschätzen. Mit der Schließung der Straße von Hormus und der Verlegung der asiatischen Champions-League-Achtelfinals westlich des Persischen Golfs hat die AFC bereits ein Signal gesetzt, dass Sport zweitrangig bleibt. Auch die heimischen Profiligen in Iran und Katar ruhen bis auf Weiteres. Für die Spieler von Amir Ghalenoei heißt es: Wer trainiert, weiß nicht, wofür.
Die FIFA kennt diese Gemengelage aus Krisenwelten wie Nordkorea 1966 oder Jugoslawien 1992. Doch diesmal steht ein Milliardenmarkt auf dem Spiel: US-Stadien in Los Angeles und Seattle haben iranisch-amerikanische Community-Programme ausgeschrieben, TV-Rechte sind verkauft, Ticket-Pakete gebündelt. Ein Nachrücker müsste nicht nur sportlich passen, sondern auch kommerziell einspringen – ein Gedanke, der in Graustufen denkt.
Der Countdown läuft. In 60 Tagen muss die endgültige Teilnehmerliste stehen. Wenn bis dahin die Kriegsspiele nicht verstummen, dürfte der asiatische Play-off-Gewinner binnen Minuten eine Einladung ins Luxushotel der Fußballwelt erhalten. Und Iran? Vielleicht erst einmal nur Gast im eigenen Wohnzimmer, live vor dem Fernseher – sofern die Sender noch senden.
