Irans wm-aus wäre der erste kriegs-k.o. seit 1950 – und die fifa schweigt

Der Iran droht, die WM 2026 platzen zu lassen. Sportminister Ahmad Donyamali sagte im Staatsfernsehen, man sehe „keine Möglichkeit“ zur Teilnahme, nachdem die USA den Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet haben. Die FIFA antwortet nicht mal auf Anfragen. Ein Rückzug wäre die erste Absage eines qualifizierten Teams seit 76 Jahren – und würde Milliarden-Fragen aufwerfen.

Wer rückt nach, wenn der iran kneift?

Formal muss der iranische Verband die Absage einreichen. Tut er das, steht der Irak bereit. Die FIFA-Statuten erlauben Ersatzteams „aus jeder Region“, doch die Logik spricht für Asien. Der Irak qualifizierte sich für die Play-offs in Monterrey; seine Teilnahme steht aber wegen gesperrter Lufträume infrage. Sollte auch er ausfallen, rücken die Vereinigten Arabischen Emirate nach. Die Entscheidung liegt allein bei Gianni Infantino – und der schweigt sich gerade auf Instagram-Posts mit Donald Trump aus.

Die Kosten für ein solches Nachrücken: 250 000 Schweizer Franken, wenn es früh geschieht, 500 000 bei Kurzfristigkeit. Danach droht der Ausschluss von künftigen Turnieren. Die Drohung klingt hart, doch im Machtgefüge der FIFA ist sie ein lapidarter Fußnote gegen neun Milliarden Dollar Turnier-Einnahmen.

Trumps antwort: „mir völlig egal“

Trumps antwort: „mir völlig egal“

US-Präsident Donald Trump brüskierte die Debatte mit einem Satz. Infantino hingegen posierte mit ihm im Oval Office und verkündete, der Iran sei „herzlich willkommen“. Die Ironie: Für iranische Spieler gelten weiterhin Einreiseverbote, Ausnahmen sind nur auf dem Papier garantiert. Die FIFA schreibt von „freien Verbänden“, doch im Iran bestimmt das Regime über jeden Pass.

Die Geschichte lehrt: Politik hat die WM nie gestoppt. 1978 spielte Argentinien unter Junta, 2018 folgte Russland nach der Krim-Annexion, 2022 Katar trotz Tausender Todesfälle auf Baustellen. Die FIFA wechselt nur die Bühne, nie das Skript.

Sollte der Iran tatsächlich absagen, wäre es nicht nur ein Fußball-Eklat. Es wäre das erste Mal, dass ein Krieg mitten im Turnierplan ein Land ausschaltet – und die FIFA mit einem Schweigen Milliarden sichert.