Iranische fußballer auf dem weg nach mexiko – visaprobleme überschatten vorbereitung
Ein dramatischer Abschied von Antalya: Die iranische Fußballnationalmannschaft ist am Samstag in Richtung Mexiko aufgebrochen, doch die Reise ist von einer ungewissen Atmosphäre geprägt. Während die Spieler bereits im Flugzeug sitzen, kämpft ein Teil des Betreuerstabs weiterhin mit fehlenden Visa für die USA – ein Schlaglicht auf die politischen Turbulenzen, die den bevorstehenden WM-Einsatz überschatten.

Die visa-hürde: wer fehlt im aufgebot?
Laut iranischem Staatsfernsehen gehören Hedayat Mombeini, der Generalsekretär des iranischen Fußballverbands, und sein Stellvertreter Mehdi Mohammad Nabi zu den 14 Betreuer- und Funktionärsmitgliedern, denen die Einreise in die Vereinigten Staaten verwehrt wurde. Ob auch der Präsident des Verbands, Mehdi Taj, eine gültige Visa besitzt, ist derzeit unklar. Diese Verzögerungen gefährden nicht nur die Vorbereitung des Teams, sondern werfen auch ernsthafte Fragen nach der Gleichbehandlung aller Teilnehmer auf der WM auf.
Die anstehenden Gruppenspiele in Inglewood, Seattle und Los Angeles sind für den Iran von großer Bedeutung. Am 15. Juni treffen sie auf Neuseeland, gefolgt von einem Duell gegen Belgien sechs Tage später. Das Spiel gegen Ägypten in Seattle am 26. Juni wird zeigen, wie gut sich das Team trotz der widrigen Umstände an die neuen Gegebenheiten angepasst hat.
Ein brisantes Aufeinandertreffen: Iran gegen USA
Die Möglichkeit eines Duells mit den Vereinigten Staaten im Achtelfinale am 3. Juli in Arlington, Texas, sorgt für zusätzliche Anspannung. Sollten beide Teams Zweiter ihrer Gruppe werden, stünde ein hoch politisiertes und emotional aufgeladenes Spiel auf dem Programm. Die aktuelle Lage zwischen Iran und den USA verstärkt die Bedeutung dieses potenziellen Matches enorm.
Die Visaprobleme sind nur die jüngste Episode in einer Reihe von Schwierigkeiten, die der iranischen Nationalmannschaft widerfahren sind. Die anhaltenden Spannungen zwischen Iran und Israel sowie die allgemein angespannte politische Lage haben dazu geführt, dass das Team gezwungen war, sein Trainingslager von Tucson, Arizona, nach Tijuana, Mexiko, zu verlegen. Der iranische Verband spricht von einer „rätselhaften und unverhältnismäßigen“ Behandlung durch die USA und wirft dem Gastland vor, die Chancengleichheit des Teams zu untergraben. Eine Beschwerde bei der FIFA ist bereits eingereicht worden.
Die Reaktion der iranischen Botschaft in Ankara auf einen Tweet des US-Botschafters in der Türkei, Tom Barrack, der die Visa-Vergabe lobte, war scharf: „Selbstlob kann eine Verhaltensweise, die gegen die FIFA-Regeln verstößt und die Verpflichtungen der Vereinigten Staaten als Gastgeber untergräbt, nicht whitewashen“, hieß es in der Stellungnahme. Die Anschuldigungen der politischen Einflussnahme sind nachdrücklich.
US-Beamte, die anonym bleiben wollten, bestätigten zwar die Visa-Erteilung für die Spieler, äußerten sich aber auch über die Absichten einiger Antragsteller. Demnach sollen einige Antragsteller falsche Angaben gemacht haben, um Visa zu erhalten. Diese gegensätzlichen Darstellungen verdeutlichen die Komplexität der Situation.
Trotz der turbulenten Umstände hat sich das Team in Antalya, Türkei, intensiv auf die WM vorbereitet und erhielt bereits Visa von der mexikanischen Botschaft in Ankara. Die Spieler verließen am Samstag das luxuriöse Mardan Palace Hotel und flogen mit einem Privatjet direkt nach Mexiko. Donald Trumps frühere Äußerungen, in denen er die Teilnahme des Iran an der WM in Frage gestellt hatte, haben die Situation zusätzlich verschärft.
Die Streichung des Stürmerstars Sardar Azmoun aus dem Kader im März, angeblich aufgrund eines Social-Media-Posts, der die iranischen Behörden verärgert hatte, zeigt die politische Sensibilität, mit der das Team umgehen muss. Die anhaltende politische Instabilität und die komplexen Visa-Bestimmungen stellen eine enorme Belastung für das Team dar, doch der Wille, an der WM teilzunehmen, ist ungebrochen.
Die iranische Nationalmannschaft hat bewiesen, dass sie auch unter schwierigsten Bedingungen kämpfen kann. Ob sie ihre Widerstandsfähigkeit auf dem Platz zeigen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Dieser WM-Einsatz wird nicht nur sportlich, sondern auch politisch von Bedeutung sein.
