Iranische athleten stürzen ioc-chef coventry mit ultimatum
200 Sportlerinnen und Sportler aus dem Iran schicken Kirsty Coventry keine Weihnachtskarte, sondern eine Anklage. In einem offenen Brief fordern sie die Auflösung des iranischen Nationalen Olympischen Komitees – wegen systematischer Diskriminierung und Unterdrückung. Darunter: Ali Karimi, einst Galaktiker in München, heute Widerstandskämpfer mit Instagram-Account.

„Schweigen ist keine neutralität“
Der Satz steht schwarz auf weiß im Brief, den die Organisation Global Athlete am Montag veröffentlichte. Er ist kein Appell, er ist ein Rohrbruch. Coventry muss nun entscheiden, ob die olympische Charta noch zählt oder nur noch als Poster an ihrer Bürowand hängt. Die Athleten sprechen von Sperren, Folter, Navid Afkari, der wegen eines angeblichen Mordes an einem Sicherheitsbeamten hingerichtet wurde. Die Staatsanwaltschaft nannte es Justiz, Menschenrechtsorganisationen nennen es Mord.
Die Verbände im Iran sind keine Verbände, sie sind Verlängerungen des Regimes. Wer protestiert, fliegt – oder landet im Gefängnis. Die Sportler fordern keine Reform, sie fordern den Reset-Knopf. Coventry hat bisher nicht reagiert. Ihr Schweigen wird in Teheran als Freifahrtschein gelesen.
Die Uhr tickt. In fünf Monaten beginnt die Qualifikationsphase für Paris 2024. Wer dann startet, ist noch offen. Aber klar ist: Wenn das IOC jetzt nicht handelt, wird die olympische Fahne beim nächsten Festzug bluten.
