Iran will wm-spiele nach mexiko verlegen – fifa schweigt bislang
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft will bei der WM 2026 nicht in den USA antreten. Stattdessen soll Mexiko die drei Vorrundenspiele ausrichten – ein politisches Manöver, das die FIFA vor ein kaum lösbares Problem stellt.
Trump blockiert, teheran sucht ausweg
US-Präsident Donald Trump hatte die Teilnahme des Irans mit Verweis auf „klare Sicherheitsrisiken“ öffentlich infrage gestellt. Seit Ende Februar fliegen amerikanische und israelische Angriffe auf iranisches Territorium, Teheran antwortet mit Gegenschlägen. Die Spannungen eskalieren, das Sportministerium reagiert nun mit einem formalen Antrag auf Verlegung.
Sportminister Ahmed Donjamali ließ über die Staatsagentur IRNA verlauten: „Wir prüfen mit der FIFA, ob unsere Gruppenspiele nach Mexiko verlegt werdenkönnen.“ Die Partien gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten sind ursprünglich für US-Stadien terminiert. Ein Wechsel würde Logistik, Ticketinhaber und TV-Rechte durcheinanderwirbeln – die FIFA muss nun entscheiden, ob sie politischen Druck oder sportliche Kontinuität wichtiger nimmt.
Hinter den Kulissen laufen bereits Sondierungen. Mexikanische Verbandsoffizielle bestätigen „informelle Gespräche“, verweisen aber alle formale Schritte an die FIFA. Der Weltverband selbst hält sich bedeckt. Eine Stellungnahme steht noch aus, intern sei man aber „alles andere than erfreut“ über die zusätzliche Komplikation, heißt es aus Insiderkreisen.

Die uhr tickt – erstes spiel in 17 tagen
Am 11. Juni rollt der Ball in Atlanta beim Eröffnungsspiel. Die iranische Mannschaft muss bis dahin wissen, wo sie antritt. Trainer Amir Ghalenoei hat seine Spieler bereits in ein Lager nach Kisch berufen, um „jede Eventualität“ vorzubereiten. Die Psycho-Truppe arbeitet an Szenarien, die von neutralen Fans bis zu feindlichen Pfeifkonzerten reichen.
Die sportliche Brisanz: Der Iran gilt als Geheimtipp für das Achtelfinale, doch ohne Heimatpublikum und mit möglicherweise verkürzter Vorbereitung droht die Qualifikation zu zittern. Belgien reist ohnehin als Top-Favorit, Neuseeland könnte den Gruppenfavoriten ärgern. Ein Standortwechsel würde die Chancen des asiatischen Quartiers durcheinanderbringen – und die Wettquoten der Buchmacher bereits jetzt ins Wanken bringen.
Für die FIFA ist es ein Zwickmühle. Soll sie politische Neutralität wahren und den Iran abschieben, riskiert sie den Vorwurf, sich zum Spielball von Machtinteressen zu machen. Lehnt sie den Antrag ab, müsste sie möglicherweise auf Sicherheitsgarantien der USA vertrauen – in einem Land, dessen Präsident die Teilnahme des Irans öffentlich ablehnte. Die nächsten Tage entscheiden, ob die WM 2026 schon vor dem ersten Anstoß ihr erstes Drama erlebt.
