Iran kämpft sich unentschieden gegen neuseeland – politische spannungen im hintergrund
Los Angeles bebte – nicht nur vor der mitreißenden Atmosphäre, sondern auch vor den unterschwelligen politischen Spannungen. Die iranische Fußballnationalmannschaft, das Team Melli, erkämpfte sich im Auftaktspiel der WM 2026 ein hart erkämpftes 2:2 Unentschieden gegen Neuseeland, das vor allem für die große iranische Diaspora in Südkalifornien einen besonderen Klang hatte.

Ein spiel zwischen sport und politik
Die Partie im gigantischen SoFi Stadium, vor Zehntausenden Zuschauern, war mehr als nur ein Fußballspiel. Sie war ein Spiegelbild der komplexen politischen Lage im Iran, denn zahlreiche Fans brachten ihre Unzufriedenheit mit dem Regime in Teheran zum Ausdruck. Das Pfeifkonzert bei der Hymne, verbunden mit dem Zurschaustellen historischer Flaggen mit Löwen und Sonne, die vor der Islamischen Revolution 1979 das offizielle Nationalbild waren, demonstrierte deutlich die gespaltene Stimmung.
Neuseeland, das bereits in der 7. und 55. Minute durch Elijah Just in Führung ging, musste sich am Ende dem Kampfgeist der Iraner beugen. Ramin Rezaeian (32.) und Mohammad Mohebi (65.) gelang es, die Partie zugunsten des Teams Melli zu drehen. Die Tatsache, dass der Iran trotz einer kurzfristigen Verlegung des Teamquartiers nach Tijuana, Visumsverweigerungen für 15 Delegationsmitglieder und dem Entzug von Eintrittskarten mit dieser Leistung aufwartet, zeugt von einer bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit.
Trainer Ali Ghalenoei betonte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft keine politischen Figuren sei und lediglich dem Fußball verpflichtet. „Wir sind hier, um Fußball zu spielen,“ erklärte er. Allerdings lässt sich die politische Dimension dieses Spiels kaum leugnen, besonders angesichts der großen iranischen Gemeinde in Los Angeles, die ihre Unterstützung für die Mannschaft demonstrierte.
Neuseelands Stürmer Elijah Just, der zwar zwei Tore erzielte, aber letztlich mit seinem Team den Sieg verpasste, sagte: „Ein Punkt ist okay, es gibt viel Positives, aber es hätte besser laufen können.“ Seine beiden Treffer waren zweifellos wunderbar, konnten aber nicht zum ersten WM-Sieg Neuseelands in der dritten Teilnahme führen.
Die Gruppe G, zu der neben Iran und Neuseeland auch Belgien und Ägypten gehören, verspricht weitere spannende Duelle. Belgien und Ägypten trennten sich zuvor übrigens ebenfalls 1:1. Für den Iran gilt es nun, sich trotz der widrigen Umstände und der politischen Herausforderungen auf die kommenden Spiele zu konzentrieren und den ersten Platz in der K.o.-Phase zu erobern. Die kommende Herausforderung wird zeigen, ob die Mannschaft ihre Widerstandsfähigkeit und ihren unbändigen Willen bewahren kann.
