Spanischer basketball boomt: kommerzielle einnahmen auf rekordhoch!

Die spanische Basketball-Liga Endesa erlebt einen regelrechten Boom. Während der Fußball traditionell die Nase vorn hat, holt der Basketball auf und etabliert sich zunehmend als lukrative Sportart. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der kommerzielle Erfolg der Clubs erreicht neue Höhen.

Sponsoring als wachstumsmotor

Insgesamt generierten die Clubs der Liga Endesa in der Saison 2024-2025 stolze 66 Millionen Euro durch Sponsoringverträge – ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Zuwachs von 6,6 Prozent in einer einzigen Saison ist bemerkenswert und setzt einen beeindruckenden Trend fort: In den letzten zehn Jahren stieg der Sponsoring-Umsatz um satte 85,6 Prozent. Die Liga selbst, vertreten durch die ACB, konnte ebenfalls 12,6 Millionen Euro durch kommerzielle Aktivitäten einnehmen, wobei Endesa als Title Sponsor weiterhin mit 5,5 Millionen Euro pro Saison eine tragende Rolle spielt.

Doch es ist nicht nur die Liga, die von diesem Aufschwung profitiert. Auch die spanische Basketball-Föderation (FEB) konnte im vergangenen Jahr, während ihres hundertjährigen Jubiläums, fast 9 Millionen Euro durch Sponsoring generieren. Für das aktuelle Geschäftsjahr wurde ein Ziel von 8,9 Millionen Euro gesetzt – eine ambitionierte, aber durchaus realistische Zielmarke.

Wer sind die Top-Sponsoren? Ein Blick auf den Bericht „Baloncesto Sponsor Landscape 2026“ zeigt, dass CaixaBank mit 22, Quirónsalud mit 21 und Caja Rural mit 19 die meisten Vereinbarungen im spanischen Basketball-Ökosystem haben. Coca-Cola schließt mit 19 Vereinbarungen an.

Die rolle des öffentlichen sektors

Die rolle des öffentlichen sektors

Interessant ist auch die starke Präsenz des öffentlichen Sektors. Während der Gesundheitssektor die meisten Vereinbarungen in der Liga Endesa (61) abschließt, ist die Regierung der eigentliche Motor für das gesamte spanische Basketball mit 246 Verträgen und mehr als 24 Millionen Euro pro Saison. Die Liga Femenina erhält im Vergleich dazu lediglich einen Bruchteil dieser Summe.

Ein weiteres Feld mit Potenzial: Telekommunikation. Nach dem Rückzug von Movistar öffnet sich eine enorme Chance für neue Anbieter in dieser Branche. Derzeit sind lediglich ConectaBalear und Fibwi in dieser Nische aktiv.

Preise für trikotwerbung steigen

Preise für trikotwerbung steigen

Die Kosten für eine Trikotwerbung in der Liga Endesa liegen durchschnittlich bei 1,3 Millionen Euro. Allerdings werden diese Zahlen durch die Top-Clubs wie Real Madrid und FC Barcelona stark verzerrt. Ohne diese Giganten sinkt der Durchschnitt auf 857.000 Euro. In der Liga Femenina sind die Preise deutlich niedriger, unter 350.000 Euro.

Ein Wandel naht: Mit dem Ende der Saison stehen 40 Prozent der Clubs vor dem Auslaufen ihrer aktuellen Sponsorenverträge. Bàsquet Manresa hat bereits Kids&Us als neuen Sponsor gefunden, während Força Lleida auf Ilerna setzt. Auch in der Liga Femenina gibt es Veränderungen, so wird Perfumerías Avenida nach 25 Jahren den Namen und die Finanzierung des Clubs in Salamanca aufgeben.

Euroliga: premium-einnahmen durch globale deals

Euroliga: premium-einnahmen durch globale deals

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass auch die Euroliga von einem kommerziellen Aufschwung profitiert. Die Liga generiert derzeit 100 Millionen Euro und erwartet für die Saison 2025-2026 ein Wachstum von 9 Prozent. Durch eine Fokussierung auf globale, hochpreisige Verträge anstelle lokaler Promotionen konnten die Einnahmen um 70 bis 80 Prozent gesteigert werden. Die Investitionen aus dem Nahen Osten, insbesondere von Abu Dhabi und Etihad Airways, sowie von Technologieunternehmen wie Motorola und Visa, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Im europäischen Basketball dominiert Adidas mit 16 Verträgen die Trikotwerbung, während Nike lediglich 8 Verträge vorweisen kann. Die Zeiten ändern sich – und der spanische Basketball ist mittendrin.