Iran droht wm-aus: reiseverbot in „feindliche“ länder stoppt team vor usa 2026

Die Fußball-WM 2026 bekommt ihren ersten politischen Eklat. Der Iran hat allen Nationalmannschaften und Sportvereinen die Einreise in Länder verboten, die Teheran als „feindlich“ einstuft. Die Folge: Das bereits qualifizierte irische Team könnte kurz vor dem Turnier aus dem Rennen fliegen.

Die Zeit drückt. Noch 76 Tage trennen den Iran vom ersten Gruppenspiel in Los Angeles, doch die Vorbereitung liegt auf Eis. Die irische Nachrichtenagentur Isna zitiert Regierungskreise mit „nicht kalkulierbaren Sicherheitsrisiken“ für Athleten, sollten sie in die USA, Kanada oder Mexiko reisen. Konkret betroffen: das Männer-Team (Gruppe F), das Frauen-Team (Asienmeisterschaft) und alle Nachwuchsmannschaften.

Warum jetzt? die eskalation seit dem 28. februar

Am 28. Februar begannen die USA und Israel Luftschläge auf iranische Militäranlagen. Seitdem feuert Teheran Raketen und Drohnen auf israelische Ziele, Golfstaaten und US-Stützpunkte. Die Antwort der Regierung: Sportler bleiben zu Hause, statt sich in „feindlichem“ Gebiet zu präsentieren. Die FIFA schweigt bislang offiziell, intern kursiert ein Papier, das eine „Lösung unter neutralem Dach“ prüft – also Spiele ohne iranische Fans, vielleicht sogar ohne Iran.

Die Spielorte stehen, die Tickets sind verkauft. In Los Angeles soll die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei am 12. Juni gegen Neuseeland ran, drei Tage später gegen Belgien, am 22. Juni in Seattle gegen Ägypten. Das Quartier in Tucson, Arizona, ist gebucht, die Fluglisten jedoch leer. Kein Spieler hat bislang ein Visum erhalten, berichtet der Teammanager der irischen Auswahl aus Teheran. Die US-Botschaft in Wien, zuständig für iranische Sportvisa, nimmt seit Freitag keine Anträge mehr entgegen.

Frauen-team als vorbote: asyl statt heimkehr

Frauen-team als vorbote: asyl statt heimkehr

Der Riss zwischen Sport und Politik ist kein neues Phänomen. Beim Frauen-Asien-Cup in Australien schon verzichtete die iranische Mannschaft auf die Nationalhymne – Protest gegen das Regime. Die Folge: Bezeichnungen wie „Verräterinnen“ in den Staatsmedien. Nach dem Turnier beantragten sieben Spielerinnen Asyl, zwei davon blieen in Brisbane. Das Männer-Team fürchtet nun dasselbe Schicksal: Strafverfolgung, Reisestopp, Karriereende.

Die FIFA-Statur erlaubt einen Austritt nur aus „höherer Gewalt“, doch wer definiert, was höhere Gewalt ist? Ein Krieg, der nur außen stattfindet? Ein Regime, das seine Athleten als Faustpfand nutzt? Die Uhr tickt, der Countdown läuft.

Experten rechnen mit zwei Szenarien: Entweder hebt Teheran das Reiseverbot in letzter Minute auf – als Propagandasieg – oder die FIFA schließt den Iran aus, um das Turnier nicht zu gefährden. Beide Optionen kosten Geld, Nerven und vor allem: die Spieler. Denn wer einmal für sein Land auf dem größten Fußball-Feld der Welt stand, will nicht durch eine Pressemitteilung ersetzt werden.

Fakt ist: Ohne Iran wird Gruppe F zur Dreier-Staffel, die TV-Rechte in Teheran verfallen, die FIFA verliert eine der schillerndsten Fangruppen. Mit Iran droht ein Sicherheitsdesaster, das über TikTok und Twitter live verbreitet wird. Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten zehn Tage. Dann entscheidet sich, ob der Iran bei einer WM mitspielt – oder ob die WM ohne den Iran stattfindet.