Iran bei der wm: trump-einfluss, tijuana-basis und der messi-ausfall!
Die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko steht vor der Tür, und der Weg des Iran dorthin war alles andere als geradlinig. Zwischen politischen Spannungen, diplomatischen Manövern und überraschenden Personalentscheidungen hat es ein regelrechtes Schaubild der internationalen Komplexität gegeben.
Donald trumps ungewollte einmischung
Die Geschichte beginnt mit einer unerwarteten Schlagzeile: US-Präsident Donald Trump äußerte sich im März deutlich skeptisch über die Teilnahme des Iran. Seine Worte, die eine potenzielle Bedrohung für die Sicherheit iranischer Spieler andeuteten, lösten eine diplomatische Krise aus. Die FIFA, deren Hauptsitz sich in New York befindet, blieb zunächst offiziell stumm, reagierte aber prompt. Nach Vermittlungsbemühungen wurden Kompromisse gefunden: Aufenthalte von nur 48 Stunden in Los Angeles und Seattle, um den Bedenken der US-Behörden Rechnung zu tragen.

Tijuana als neue heimat für den team melli
Die ursprüngliche Planung, die drei Gruppenspiele in den USA auszutragen, scheiterte an der Ablehnung der US-Seite, eine dauerhafte Präsenz der iranischen Delegation zu akzeptieren. Ein entscheidender Wendepunkt war die Intervention der mexikanischen Präsidentin Claudia Scheinbaum, die eine rasche Lösung präsentierte: Die Basis des Teams wird nach Tijuana, Baja California, verlegt. Von dort aus wird das Team zu den Spielen an die US-Küste reisen. Ein Schachzug, der die politische und logistische Herausforderung des Iran deutlich macht.

Der messi-ausfall und die suche nach neuer stärke
Ein weiterer Überraschungsmoment ist der Verzicht auf Sardar Azmoun, den sogenannten „Messi des Iran“. Der Stürmer, der zuvor für den AS Rom spielte, befindet sich derzeit bei Shabab in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seine Abwesenheit ist umso bemerkenswerter, da er in der Vergangenheit eine tragende Säule der Nationalmannschaft war. Die Gründe für seinen Ausschluss sind unklar, spekuliert man über Disziplinprobleme oder politische Differenzen.
Die Liste der 26 Spieler zeigt ein breites Spektrum an Erfahrungen: 17 Spieler aus der heimischen Liga, fünf aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, einer aus der belgischen zweiten Liga und ein weiterer aus Russland. Besonders hervorzuheben sind Mehdi Taremi, der griechische Torschützenkönig, und Dennis Eckert, ein junger Spieler mit deutscher und galizischer Abstammung, der sich für das iranische Nationalteam entschieden hat.
Amir Ghalenoei, der Trainer des Teams, steht vor der großen Aufgabe, ein schlagkräftiges Team aus diesen unterschiedlichen Spielern zu formen. Das jüngste Testspiel gegen Gambia, das mit 3:1 gewonnen wurde, gab Anlass zur Hoffnung. Am 4. Juni steht das letzte Testspiel gegen Mali an, bevor es dann offiziell in die WM-Saison geht.
Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Hindernisse und die personellen Veränderungen die Leistung des iranischen Teams beeinträchtigen werden. Eines ist jedoch sicher: Der Weg zur WM war für den Iran alles andere als ein Spaziergang.
