Irak trotzt dem todesgruppe: kann hussein die wm-träume wahr machen?
Bagdad bebt! Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrt der irakische Fußball zurück auf die Weltbühne. Die Qualifikation für die WM 2026 ist ein Triumph, doch die Auslosung zur Endrunde wirft einen langen Schatten: Irak trifft in einer Gruppe auf Frankreich, Norwegen und Senegal – eine wahre Todesgruppe. Doch es gibt Hoffnung, und sie trägt das Trikot von Aymen Hussein.
Graham arnold: der taktik-fuchs aus down under
An der Seitenlinie steht Graham Arnold, ein Name, der in Australien für Furore sorgte, als er die Socceroos sensationell ins Achtelfinale der WM 2022 führte. Der Australier kennt die Dynamik des asiatischen Fußballs wie seine Westentasche und weiß, wie man Mannschaften mit weniger Starbesetzung gegen vermeintlich stärkere Gegner formt. Seine taktische Flexibilität, meistens ein 4-4-2 oder 4-2-3-1, und die Fähigkeit, situativ eine hohe Pressingstrategie umzusetzen, könnten der Schlüssel zum Erfolg sein. Ein zusätzlicher Defensivspieler, der in die Abwehrkette einrückt, gibt dem Team zusätzliche Stabilität.
Doch die Stärken Iraks reichen über die taktische Finesse hinaus. 12 Unentschieden in der Qualifikation – eine beeindruckende Bilanz, die mit der Japans vergleichbar ist. Acht der 15 Tore erzielten die Iraker aus Standardsituationen, ein Zeichen für ihre Effizienz und ihre Fähigkeit, auch mit weniger Ballbesitz zu punkten. Aber es gibt auch Schattenseiten.

Die achillesferse: konzentrationsschwäche in der schlussphase
Die größten Schwächen Iraks offenbarten sich in der Unfähigkeit, Führungspositionen zu verteidigen. Konzentrationsmängel und emotionale Fragilität, besonders in der Schlussphase und unter Druck, könnten in einer Gruppe wie dieser zum Verhängnis werden. Die Erinnerung an die WM 1986, wo Irak alle drei Spiele verlor und seitdem auf ein Erfolgserlebnis wartet, ist noch frisch. Nur Kanada und El Salvador haben eine schlechtere Bilanz bei WM-Teilnahmen.
Die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht, aber die Gegenwart gibt Anlass zur Hoffnung. Aymen Hussein, der irakische Torjäger mit neun Treffern in der Qualifikation, ist der Schlüssel zum Erfolg. Der physisch starke und torgefährliche Stürmer ist der Anker im Angriff und muss seine beste Form abrufen, wenn Irak in dieser extrem schwierigen Gruppe bestehen soll. Seine Fähigkeit, im Strafraum zu agieren und abzuschließen, wird entscheidend sein.
Die Aufgabe ist monumental, aber nicht unmöglich. Irak muss seine Defensivstabilität bewahren, seine Effizienz bei Standardsituationen nutzen und vor allem Aymen Hussein in Szene setzen. Nur so kann das Team aus dem Nahen Osten eine Überraschung schaffen und die Welt mit seiner Leidenschaft und seinem Kampfgeist begeistern. Die WM 2026 könnte für Irak mehr bedeuten als nur ein historischer Auftritt.
