Irak stürmt ins rampenlicht: hussein trägt nationsstolz auf dem rücken
Aymen Hussein, der 27-jährige Stürmerstar aus Irak, hat nicht nur mit einem entscheidenden Tor die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 besiegelt, sondern auch eine erschütternde Lebensgeschichte enthüllt, die das Herz berührt. Sein Weg zum Helden ist geprägt von Verlust, Trauma und unbändigem Willen.
Der mann hinter dem tor: eine kindheit im schatten des is
Hussein wuchs in Hawija auf, einer Region, die zwischen 2014 und 2017 unter der brutalen Herrschaft des IS stand. Bombenangriffe der internationalen Koalition und das tägliche Grauen von Sprengstoffanschlägen prägten seine Kindheit. Während andere Jungen Fußball spielten, lernte Aymen, mit der Angst zu leben. Die Bilder von Bagdad, Basora, Erbil, Mosul, Najaf und Kerbala, in denen Menschen seine Tore bejubelten, stehen in krassem Kontrast zu der Hölle, die er einst selbst erlebte.

Familientragödie und ungelöste rätsel
Doch die Schatten der Vergangenheit begleiten Hussein bis heute. Im Jahr 2008 wurde sein Vater, ein Offizier der irakischen Armee, von Al-Qaeda ermordet – ein Schuss durchbohrte sein Herz. Nur wenige Jahre später verschwand sein Bruder, ein Polizist, spurlos. Kurz nach seiner Entführung wurde das Haus der Familie von einer Bombe zerstört. „Niemand weiß wirklich, was genau passiert ist“, gestand Hussein resigniert gegenüber der Associated Press. Seine Geschichte ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Teufelskreises des Leids, der viele irakische Familien heimsucht.

Von der flucht zum olympischen traum und zurück
2014 musste Hussein mit seiner Familie nach Kirkuk fliehen, wurde zum Flüchtling. Trotz all dieser Rückschläge verfolgte er seinen Traum vom Fußball. „Wenn ich Fußball aufgeben würde, würde sich nichts ändern. Ich könnte nichts zurückgewinnen, was ich verloren habe“, erklärt er. Seine Erfolge – 34 Tore in 96 Länderspielen – sind nicht nur für ihn, sondern für das gesamte Land ein Symbol der Hoffnung. Hussein hat bereits das Tor für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio 2016 erzielt und wird nun versuchen, seine Leistung bei der Weltmeisterschaft gegen Frankreich und Senegal zu wiederholen.
Die bittere Ironie: In der WM-Qualifikationspartie gegen Norwegen sorgte Hussein nicht nur für den Ausgleichstreffer durch einen prächtigen Kopfball, sondern auch für das vermeidbare 1:4 durch ein Eigentor. Ein kurzer Moment der Ekstase, gefolgt von tiefer Enttäuschung. Doch selbst das kann dem Helden von Irak seinen Platz im Herzen der Nation nicht nehmen. Er trägt die Last einer Nation auf seinen Schultern, eine Nation, die nach Hoffnung sucht, nach Stolz, nach einem Lichtblick in dunklen Zeiten.
