Frauen-bundesliga: milliarden-galopp – dfb-verhandlungen platzen!
Ein Erdbeben erfasst den deutschen Frauenfußball: Die neu gegründete Frauen-Bundesliga (FBL) plant eine Investition von 700 bis 800 Millionen Euro in den nächsten acht Jahren – und das trotz gescheiterter Verhandlungen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Präsidentin Katharina Kiel spricht von einer „sehr großen Differenz“ zu den Vorstellungen des DFB, der lediglich 60 Millionen Euro vorgesehen hatte.

Die diskrepanz: ein hebel für die weiterentwicklung?
Die Summe, die der DFB in Aussicht gestellt hatte, wäre laut Kiel lediglich ein „niedriger sechsstelliger Betrag pro Verein und Jahr“ gewesen – ein Betrag, der kaum eine nennenswerte Veränderung bewirkt hätte. „Das wäre kein bedeutender Hebel gewesen“, betonte sie gegenüber dem „kicker“. Die Ablehnung des gemeinsamen Joint Ventures mit dem DFB im Februar unterstreicht die Entschlossenheit der FBL, ihren eigenen Weg zu gehen und die Weichen für eine professionelle Zukunft zu stellen.
Doch Kiel blickt auch nach England, wo die Women's Super League (WSL) mit enormen Investitionen für Schlagzeilen sorgt. „Wie im Männerfußball verzerren die Millionen dort den Wettbewerb“, räumt sie ein. „Aber wir werden darauf eine Antwort finden.“ Die WSL dient dabei sowohl als Vorbild als auch als Warnung: Einerseits kann die FBL viel von der Professionalisierung im englischen Frauenfußball lernen, andererseits muss sie vermeiden, ähnliche Abhängigkeiten zu schaffen, bei denen bestimmte Zeitfenster nicht für Frauenspiele zur Verfügung stehen.
Die FBL will Eigenständigkeit bewahren und einen nachhaltigen Weg einschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob die ambitionierten Pläne tatsächlich umgesetzt werden können und wie sich der deutsche Frauenfußball im internationalen Vergleich behaupten wird. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu zeigen, dass auch ohne die massive Unterstützung des DFB eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Liga entstehen kann.
