Inter vor der falle: como will europas traum am see lebendig halten

Am Sonntagabend könnte die Scudetto-Kutsche des Inter kurz vor dem Ziel ins Schlingern geraten. Die Nerazzurri gastieren beim aufstrebenden Como, der mit nur vier Punkten Rückstand auf die internationalen Plätze die letzte Falle der Saison aufstellen will. Cristian Chivus Mannschaft benötigt einen Sieg, um den sieben Punkte Vorsprung auf Napoli zu halten – doch die Formkurve zeigt seit fünf Spielen nach unten.

Como ist kein aufbaugegner mehr

Cesc Fábregas hat den Klub vom Comer See in eine Siegmaschine verwandelt. Vier Erfolge, ein Remis – mehr gab es in den letzten fünf Partien nicht. Die Stimmung im Giuseppe-Sinigaglia-Stadion kocht, die Uferpromenade ist bereits seit Tagen ein schwarz-blauer Fan-Treff. „Wir spielen unsere Saison in 90 Minuten“, sagte der spanische Coach nach dem 3:0 gegen Lecce. Sein Gegenüber Chivu weiß, dass ein Punktverlust die Meisterschaft plötzlich wieder öffnet.

Der Druck kommt nicht nur von außen. Inter hat in den letzten beiden Auswärtsspielen nur eines der neun möglichen Punkte geholt, die Torausbeute sank auf 1,4 Tore pro Spiel. Lauterio Diaz, Comos Sturmanker, hat in dieser Phase bereits fünf Mal getroffen – dreimal per Kopf, genau dort, wo Inter in der Luft zuletzt wackelte. Die Statistik dagegen? Inter gewann die letzten sieben Duelle gegen Aufsteiger. Doch Zahlen interessieren Fábregas wenig. „Wir schreiben unsere eigene Geschichte“, sagt er.

Napoli schnüffelt schon

Napoli schnüffelt schon

Während sich Inter in der Lombardei die Zähne ausbeißen könnte, feuert Napoli von der Couch aus mit. Die Partenopei schoben sich durch den 2:1-Sieg gegen Milan auf Platz zwei und warten nur auf einen Patzer des Favoriten. Ein Inter-Remis würde den Rückstand auf vier Punkte verkürzen, eine Niederlage sogar auf einen Zähler – bei noch sechs ausstehenden Spielen wäre die Meisterschaft plötzlich eine offene Rechnung.

Der Countdown läuft. Um 20:45 Uhr deutscher Ortszeit geht im Giuseppe Sinigaglia das Licht aus, 45 Minuten später könnte die Serie A einen neuen Drehpunkt erreicht haben. DAZN überträgt live, die Bilder werden auch über den See bis nach Lugano reichen. Dort wartet ein ganzes Gebirgsvolk darauf, dass der Underdog aus der Provinz Como Europas Tür aufstößt – und Inter mit einem Schlag aus der Komfortzone katapultiert.

Am Ende bleibt eine einfache Gleichung: Gewinnt Inter, bleibt alles beim Alten. Verliert oder remisiert die Truppe von Chivu, flammt die Meisterschaft wieder auf. Die Liga hat ihre Endphase erreicht, und am Comer See wartet der letzte unbequeme Gegner. Wer hier stolpert, darf sich den Vorwurf gefallen lassen, den Titel selbst aus der Hand gegeben zu haben.