Inter stutzt, aber die 21. meisterschaft liegt immer noch auf dem silbertablett

Zehn Punkte vor Neapel, vier Spiele noch zu spielen – Inter Mailand kann die Schampusflaschen schon kaltstellen. Das 2:2 beim angeschlagenen FC Turin verzögert nur das Datum der Krönung, nicht die Tatsache.

Thuram und bisseck legen vor, vlasic nagelt inter ans kreuz

Thuram und bisseck legen vor, vlasic nagelt inter ans kreuz

Marcus Thuram traf nach 23 Minuten mit jener Lässigkeit, die ihn zum Nationalspieler machte. Yann Bisseck köpfte nach einer Ecke das 2:0 – sein dritter Treffer in dieser Saison, bemerkenswert für einen Innenverteidiger, der vor allem dafür bezahlt wird, Tore zu verhindern. Doch dann schaltete Inter auf Sparflamme. Giovanni Simeone nutzte die erste Lücke, Nikola Vlasic verwandelte einen Handelfmeter, der durch VAR-Geburre entstand. Plötzlich war die Controllaria Nerazzurra nur noch ein Punktgewinn.

Die Rechnung bleibt trotzdem simpel: Gewinnt Inter am Sonntag daheim gegen Parma, ist Lazio-Nachfolger Cristian Chivu offiziell Meister. Die Tordifferenz spricht mit +56 ebenfalls eine klare Sprache, Neapel steht bei +29. Selbst drei Pleiten und ein Remis würden reichen, sollte Napoli nicht alle restlichen Spiele gewinnen – und das bei einem Programm mit Roma und Atalanta.

Die Stimmung im Camp scheint gelöst. Am 13. Mai wartet im Pokalfinale bereits Lazio, die Chance auf den zweiten Doppel seit 2010. Die einzige Blamage: das Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Bodö/Glimt, das noch immer nach Hall of Fame klingt – allerdings in der Kategorie „peinlich“.

Inter hat also zwei Termine offen: die Meisterfeier und die Pokalparty. Turin war nur eine Fußnote, geschrieben von zwei ehemaligen Bundesliga-Profis. Der eine traf, der andere patzte – und am Ende stand trotzdem ein Punkt, der reichen wird. So sieht Dominanz aus: selbst ein Bock reicht noch.