Inter holt stankovic zurück – der neue stankovic soll kommen

Mailand schläft nicht. Während Europa über den nächsten Meister tippen, kocht die Inter-Führung im Hintergrund ein Transfergericht: Dejan Stankovic Junior kehrt aus Brügge zurück – und bringt neben Talent vor allem ein Familienmärchen mit.

Die schleife schließt sich 18 jahre später

Die schleife schließt sich 18 jahre später

2008 lief Aleksandars Vater im Trikot mit dem Schlitzaugen-Emblem auf, heute unterschreibt der Sohn seinen ersten Profivertrag beim selben Klub. Der 19-Jährige zog sich an der Inter-Akademie hoch, wurde nach Luzern und dann zu Club Brügge verliehen – dort kam er auf 1.214 Spielminuten, zwei Tore, eine Vorlage und einen Marktwert, der sich verfünffachte. Nun holt ihn Cristian Chivu, Chef der U-19, zurück ins Stadio Meazza. Warum? Weil Romelu Lukaku-Inter 2.0 laut internen Zahlen 42 % der Torschüsse aus dem Zentrum verliert und ein halbrechter Achter mit Box-to-box-Qualitäten fehlt. Stankovic passt ins Raster: 1,85 m, beidfüßig, 11,2 km Schnittlaufleistung, 89 % Passquote.

Parallel dazu kehrt auch Pio Esposito vom Spezia zurück. Der 20-jährige Stürmer erzielte in der Serie B 13 Treffer, traf dreimal per Kopfball – Inter kaufte die Kaufoption für 3,5 Mio. Euro. Esposito und Stankovic kennen sich seit der U-9, damals spielten sie in derselben Chivu-Truppe, die 2014 den Torneo di Viareggio gewann. „Sie haben dieselbe DNA: Positionsschleifen, starkes erstes Kontaktspiel, keine Scheu vor Defensivarbeit“, sagt Chivu im Kurzgespräch mit Gazzetta.

Die Liste derer, die via Inter starteten und zurückkehrten, liest sich wie ein Who-is-Who der Klubgeschichte: Giuseppe Meazza 1927, Beppe Bergomi 1979, Goran Pandev 2001, Mario Balotelli 2007, Federico Dimarco 2018. Gemeinsamer Nenner: keiner wurde direkt durchgebunden, alle mussten lernen, dass Inter kein Kindergarten, sondern ein Hochleistungsreaktor ist. Die Erfolgsquote spricht für sich: 68 % der späteren Stammspieler absolvierten mindestens ein Leihjahr außerhalb der Lombardei.

Die neue Saison plant Inter mit 22 Feldspielern statt 25 – Stankovic soll die Nummer 16 erhalten, zuletzt getragen von Djorkaeff und Kharja. Der Vater, heute Trainer der serbischen U-21, schickte seinem Sohn eine WhatsApp-Sprachnachricht: „Nerv dich nicht, spiel einfach.“ Die Botschaft ist angekommen: In den letzten fünf Testspielen erzielte der Mittelfeldspieler vier Tore, drei nach Standards. Wenn alles klappt, steht er am 23. August im ersten Saisonspiel gegen Genoa in der Startelf – und der Kreis schließt sich erneut.