Inter enteil, milan verpennt – scudetto schon jetzt gelaufen?
Nur noch neun Spieltage, ein Vorsprung von acht Punkten auf Milan und neun auf Napoli. Die Meisterschaft ist längst nicht so entschieden, wie die Tabelle suggeriert – zumindest wenn man Andrea Stramaccioni, Fabio Capello und Massimo Mauro fragt.
Stramaccioni glaubt an milan – „aber sie haben zu viel verschenkt“
„Natürlich kann der Milan noch glauben“, sagt der Ex-Inter-Coach mit dem Hang zur Provokation. „Das Problem ist nicht der Rückstand, sondern die Energie, die sie sich selbst geklaut haben.“ Gemeint ist die 0:1-Pleite gegen Lazio am Sonntag, die die Rossoneri in die Defensive schickte. Stramaccioni sieht das Scudetto-Rennen offen: „Bei acht Punkten Vorsprung darf Inter nicht einmal durchatmen.“

Capello: „inter ist zu langsam, um den deckel draufzumachen“
Der siebenfache Meister-Trainer nagt an der Reaktionsgeschwindigkeit der Nerazzurri. „Sie dominieren Ball und Räume, aber wenn es darum geht, das Spiel zuzumachen, fehlt der Biss“, analysiert Capello. Seine Befürchtung: „Eine Mannschaft, die nicht zubeißen kann, lädt den Gegner zum Comeback ein.“

Mauro wendet sich an napoli: „ohne die verletzungsmisere wäre alles anders“
Der ehemalige Juve-Stürmer sieht beim Spitzenreiter aus dem Süden eine Saison, die vorzeitig entkernt wurde. „Napoli hat sich selbst um den Titel gebracht – nicht mit schlechtem Spiel, sondern mit leeren Behandlungszimmern“, sagt Mauro. „Wenn Osimhen, Anguissa und Politano durchgehend zur Verfügung stünden, redeten wir heute über einen Dreikampf statt über Inter huckepack.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten fünf Jahren kassierte kein Team mit einem Vorsprung von acht Punkten am 29. Spieltag noch den Titel. Doch die Stimmen von Stramaccioni, Capello und Mauro erinnern daran, dass Tabellen lügen können – vor allem, wenn die Jagd erst in die heiße Phase rollt.
Die Serie A brennt, auch wenn sich das Feuer derzeit hinter Inter versteckt. In Mailen und Neapel arbeitet man sich an der Hypothek ab, während Simone Inzaghi seine Mannschaft warnt: „Wer glaubt, dass die Meisterschaft gelaufen ist, wird sie verlieren – vielleicht nicht morgen, aber spätestens am letzten Spieltag.“
