Infantino verspottet italien: nur 64 teams würden die azzurri retten

Italien bleibt zu Hause, und Gianni Infantino lacht. Die bittere Gewissheit, dass die Squadra Azzurra auch 2026 nicht dabei ist, schlug dem viermaligen Weltmeister direkt ins Herz – dann kam der FIFA-Chef und schüttete Salz in die offene Wunde. „Vielleicht schafft Italien es ja, wenn wir auf 64 Teams aufrüsten – oder gleich 128.“ Der Scherz landete wie ein Faustschlag im solariumgebräunten Bel Paese.

Infantinos hieb trifft einen ganzen fußballkontinent

Die Zahlen sind gnadenlos: 211 FIFA-Mitgliedsverbände existieren weltweit, Italien gehört nicht zu den 48, die ab Donnerstag in den USA, Kanada und Mexiko antreten. Das ist bereits der dritte Turnierausfall in Folge nach 2018 und 2022 – eine Serie, die selbst eingefleischte Tifosi noch vor wenigen Jahren für unmöglich hielten. Dass ausgerechnet Infantino den Lackmustest am traditionstärksten Fußballland der Welt macht, verstärkt nur den Eigengeschmack.

Der 56-jährige Schweizer lieferte die Pointe im Interview mit CazéTV, lachte über seinen eigenen Witz und schob nach: „Diese WM wäre ohne Donald Trump gar nicht möglich gewesen.“ Die Ironie: Trump wird nicht einmal ins Stadion kommen, während Millionen italienischer Fans weiter auf die Uhr schauen und fragen, ob 2030 endlich wieder Sommermärchen stattfindet.

Rom reagiert – und fordert ein gespräch mit infantino

Rom reagiert – und fordert ein gespräch mit infantino

Sportminister Andrea Abodi ließ keinen Zweifel daran, wie ernst die Situation genommen wird. „Angesichts der Entfernung zwischen Rom und Mexiko-Stadt ist ein Telefonat die effizienteste Methode, um die Sachlage zu klären“, erklärte er der Agentur Ansa. Die Formulierung klingt höflich, doch die Kernaussage ist ein Ultimatum: Erkläre dich, Gianni.

Dahinter steckt mehr als gekränkte Eitelkeit. Die italienische Serie A verliert internationale Strahlkraft, Sponsoren ziehen sich zurück, und die Nationalmannschaft droht, neben Frankreich und Spanien zum abgestempelten Nezmannschaft zu werden. Das Narrativ des „catenaccio und caffè“ reicht nicht mehr, wenn die eigene Elf Turnier für Turnier verpasst.

Eine wm mit 64 teams – realistisch oder reine fiktion?

CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez hatte vorab laut über eine Expansion nachgedacht – ausgerechnet zum 100-jährigen Jubiläum der ersten WM 1930 in Uruguay. Infantino schob das Thema zwar dem FIFA-Rat zu, doch realistisch ist eine Verdoppelung auf 64 Teams nur, wenn man zwei Dinge ignoriert: die bereits angespannte Infrastruktur und die Tatsache, dass selbst 211 Verbände nicht unendlich wachsen können.

Die Wahrheit steckt in einer Randnotiz: Italien wäre auch mit 64 Startplätzen nicht automatisch qualifiziert gewesen. Die Play-off-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina war kein Zufall, sondern Resultat struktureller Probleme – vom Nachwuchschaos bis zur Trainerkarussell. Solange die Azzurri sich nicht selbst helfen, bringt auch ein Infantino-Witz keine Rettung.

Am 12. Juli wird im MetLife Stadium der neue Weltmeister gekürt. Italien wird zuschauen – und vielleicht daran denken, dass der letzte Titel vor 20 Jahren war. Die Uhr tickt, und die Erinnerung verblasst. 128 Teams hin oder her: Ohne Qualität hilft keine Menge.