Infantino trickscht mit trump um irans wm-teilnahme – doch das regime zögert
Gianni Infantino posiert mit Donald Trump, twittert Dank und verkündet: Die iranische Nationalmannschaft ist «natürlich willkommen» bei der WM 2026 in den USA. Ein Satz, der die Luft zwischen Washington und Teheran für einen Moment klingen lässt. Doch hinter den Kulissen arbeitet die FIFA an einem Problem, das kein Foto lösen kann: Die Ayatollahs haben noch nicht Ja gesagt.
Warum teheran zögert
Die Befürchtung der Mullahs ist messbar. Fünf Spielerinnen des Frauenteams verschwanden während der Asien-Cup-Auswahl in Australien einfach – und bekamen sofort Asyl. Für das Regime sind sie «Kriegsverräterinnen», weil sie sich weigerten, die Nationalhymne mitzusingen. Das Beispiel steht jetzt wie ein Warnschild vor jedem Team-Manager. Ein Turnier in den USA bedeutet: 28 Tage Spielortfreiheit, 28 Tage Gelegenheit, sich in die Menge zu verlieren. Die FIFA kann keine Abschiebungsgarantien geben, die USA erst recht nicht.
Trump selbst spielt dabei seine Rolle mit sichtbarem Spaß. «Der Präsident versicherte mir, dass Iran willkommen ist», twittert Infantino. Derselbe Trump, der 2019 die Einreise iranischer Athleten blockierte und erst unter Druck der IOC eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 erlaubte. Die Ironie ist nicht verborgen: Der Mann, der das muslimische Einreiseverordnete dekretierte, wirbt nun für iranische Fußballer. Die Botschaft lautet: Sport verbindet – solange die Kameras laufen.

Irak steht vor dem nächsten debakel
Während die FIFA PR-Medien dreht, kämpft der Irak ums Überleben im Playoff. Am 31. März muss die Mannschaft in Monterrey antreten, doch 60 Prozent des Kaders sitzt in Bagdad fest. Das Flugverbot über irakischem Luftraum gilt weiter, Visa laufen über Botschaften in Katar und Saudi-Arabien. Trainer Graham Arnold musste ein Trainingslager in den USA absagen. «Wir können Bagdad nicht verlassen», sagt er. Die FIFA schweigt zu konkreten Hilfen, stattdessen kommt ein Statement: «Wir arbeiten mit den Behörden.» Die Uhr tickt. Noch 19 Tage bis zum Spiel, noch 93 Tage bis zur WM.
Die Zahlen sind hart: 32 Teams, 48 Spiele, ein Kontinent im Wahlkampfmodus. Infantino braucht jeden Gast, der das Logo vor die Kameras hält. Trump braucht ein Signal der Normalität, bevor er im November wieder antritt. Und die Spieler? Die warten auf ein Visum, auf ein Ticket, auf ein Wunder. Das Match beginnt lange vor der ersten Halbzeit. Wer zögert, verliert.
