Infantino bleibt stur: iran spielt 2026 – krieg hin, protest her
FIFA-Boss Gianni Infantino lässt sich nicht erpressen. Während Außenministerien noch über Sanktionen debattieren, sitzt er in Antalya, lacht über die Tribüne und verkündet: „Der Iran ist dabei. Punkt.“ Ein 5:0 gegen Costa Rica als willkommene Staffage für sein Machtwort.
Testspiel als schauplatz für den machtakt
Die Partie war alles andere als ein Freundschaftskick. 180 Journalisten akkreditiert, zwei Dutzend Sicherheitskräfte nur für Infantinos Loge, und eine Halbzeitansprache, die in die Geschichtsbücher der Dreistigkeit gehört. „Ich habe mit den Spielern gesprochen, alles ist in Ordnung“, sagt er und meint: Die FIFA bestimmt, nicht das Weiße Haus und schon gar nicht die Straße.
Die Straße – das sind die Proteste im Iran selbst. Dort fordern Menschenrechtsgruppen ein WM-Ausschlussverfahren, weil die Regierung Sportlerinnen nach Verhaftungen misshandelt hat. Infantino kontert mit einem Satz, der in Teheran Jubel auslöst: „Es gibt keinen Plan B, C oder D. Es gibt nur Plan A – und der heißt USA, Mexiko, Kanada mit 48 Teams, darunter Iran.“

Trumps wankelmühle und teherans reiseverbot
Donald Trump sendet auf Truth Social erst „Welcome“ und drei Zeilen später „unangemessen“. Infantino schmunzelt über die Widersprüche, denn er kennt den Ex-Präsidenten aus gemeinsamen Golf-Runden in Palm Beach. Die FIFA schickt intern bereits Depeschen an die US-Behörden: Visa für 27 Spieler plus 55 Offizielle, obwohl das iranische Sportministerium erst vergangene Woche Ausreiseverbote für „feindliche Länder“ verhängte.
Die Spiele stehen: Los Angeles, 15. Juni, Neuseeland gegen Iran; Seattle, 23. Juni, Ägypten gegen Iran. Das Quartier in Tucson ist gebucht, 450 Zimmer, 30 Busse, ein eigener Koch. Die FIFA hat Kosten von 8,7 Millionen Dollar kalkuliert – für Sicherheit allein. Wer zahlt? Der Verband. Wer verdient? Der Verband. Denn TV-Gelder aus dem Iran steigern sich bei einem Weiterkommen um 43 Prozent.

Der preis der unbeirrbarkeit
Infantino weiß: Schiebt er den Iran raus, droht Klage vor CAS, Milliardenforderungen, ein Präzedenzfall. Also spielt er den Coolen. Er schüttelt jedem iranischen Betreuer die Hand, posiert für Selfies, verlässt das Stadion mit einem Satz, der alles überlagert: „Wir sind Gastgeber der Welt, nicht der Moral.“
Am Ende bleibt eine Zahl: 82 Millionen Iraner. Die FIFA rechnet sich aus, dass jeder dritte Zuschauer in Teheran das Eröffnungsspiel streamen wird – Recht oder Unrecht spielt keine Rolle mehr, nur noch Quote. Und die spricht für Infantino. Laut.
