Indische hockey-nationalmannschaft erlebt schweren pro league-start – was läuft schief?
- Indien stürzt in der fih pro league ab: vier spiele, vier niederlagen
- Pro league als vorbereitung: mehr als nur ergebnisse
- Das hauptproblem: defensive schwächen
- Erfahrene spieler mit fehlern: ein besorgniserregendes signal
- Harmanpreet singh: braucht der kapitän eine pause?
- Fultons position: ist der trainer in gefahr?
- Ausblick: die pro league in hobart als chance zur korrektur
Indien stürzt in der fih pro league ab: vier spiele, vier niederlagen
Die indische Herren-Hockeynationalmannschaft hat einen desaströsen Start in die FIH Pro League in Rourkela hingelegt. Vier Spiele, vier Niederlagen, satte 19 Gegentore und nur fünf erzielte Tore – eine Bilanz, die Fragen aufwirft. Nach den deutlichen Niederlagen gegen Belgien (1:3, 2:4) und Argentinien (0:8, 2:4) in einem wichtigen Jahr, das mit der Weltmeisterschaft in den Niederlanden und Belgien sowie den Asienspielen bevorsteht, ist die Situation alarmierend.

Pro league als vorbereitung: mehr als nur ergebnisse
Die Pro League bietet die wichtige Möglichkeit, Strategien zu testen und Spieler zu evaluieren, die sich für einen langfristigenPlatz im Nationalteam empfehlen wollen. Ergebnisse sind in dieser Phase zweitrangig, solange die Vorbereitung stimmt und Lösungen für Probleme gefunden werden. Doch selbst unter Berücksichtigung dessen war die Leistung des indischen Teams in den vier Spielen mehr als enttäuschend, insbesondere da die erfahrensten Spieler auf dem Feld standen.

Das hauptproblem: defensive schwächen
Das Schlüsselwort lautet: Abwehr. Die Schuld liegt jedoch nicht allein bei den Verteidigern. Trainer Craig Fulton setzt auf das Prinzip 'verteidigen, um anzugreifen', das bedeutet, dass jeder Spieler – vom Torwart bis zum Stürmer – seine Rolle in der Defensive erfüllen muss. Fehler in der grundlegenden Verteidigung, einschließlich der Torwartleistung, werden gegen Weltklasse-Teams wie Belgien und Argentinien gnadenlos bestraft. Fehlpässe, schlechte Positionierung, unnötige Fouls, vermeidbare Gegentore und vergebene Penalty Corners und Strokes prägten das Bild.

Erfahrene spieler mit fehlern: ein besorgniserregendes signal
Spieler wie Harmanpreet Singh, Amit Rohidas, Jugraj Singh, Suraj Karkera, Jarmanpreet Singh, Hardik Singh und Vivek Sagar Prasad gelten als erfahrene Kräfte im Team, machten aber in allen vier Spielen vermeidbare Fehler. So verpasste Harmanpreet Singh beispielsweise einen Penalty Stroke bei einem Stand von 0:0 gegen Argentinien, woraufhin die Gastgeber direkt im Anschluss das 1:0 erzielten. Auch ein irreguläres Tor im Spiel gegen Belgien konnte den negativen Trend nicht aufhalten.

Harmanpreet singh: braucht der kapitän eine pause?
Die Form von Kapitän Harmanpreet Singh war in den vier Spielen weit von seinem gewohnten Niveau entfernt. Er strahlte keine Gefahr aus, sowohl in der Defensive als auch beim Drag-Flicking. Nach der 0:8-Niederlage gegen Argentinien gab Trainer Fulton zu, dass Harmanpreet nicht er selbst sei. Der Kapitän kämpfte nach einer Verletzung aus der Hockey India League noch mit den Nachwirkungen. Wäre es in diesem wichtigen Jahr nicht sinnvoller gewesen, ihm eine Pause zu gönnen und beispielsweise Amandeep Lakra, der in der Hockey India League mit neun Toren aus Penalty Corners glänzte, mehr Einsatzzeit zu geben?
Fultons position: ist der trainer in gefahr?
Nach 19 Gegentoren in vier Spielen ist Trainer Craig Fulton Kritik sicher. Zweifel an seiner Aufstellung und Taktik sind berechtigt. Doch er hat bereits in der Vergangenheit schwierige Phasen gemeistert, wie die Testspielserie in Australien, die Pro League im Vorjahr und den Asienpokal in Rajgir. Er führte das Team zur Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Paris, zum Gold bei den Asienspielen und zum Titel beim Asienpokal. Trotz seines unkonventionellen Stils liefert er in wichtigen Turnieren Ergebnisse. Ihn jetzt zu entlassen wäre unklug, aber eine deutliche Verbesserung in den kommenden Spielen in Hobart ist unerlässlich.
Ausblick: die pro league in hobart als chance zur korrektur
Die indische Hockeynationalmannschaft muss sich in den kommenden Spielen der Pro League in Hobart deutlich verbessern. Trainer Fulton muss beweisen, dass er die Probleme auf dem Platz lösen kann. Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er das kann. Die Geschichte des indischen Hockeys zeigt, dass alles möglich ist, aber eine unüberlegte Entlassung des Trainers wäre ein Fehler.
