Ignatow bleibt: mt melsungens heimspiel-held verlängert mit herz statt kopf
Ein einziger Satz reichte. „Die MT ist mein Verein.“ Damit war die Vertragsverlängerung von Dimitri Ignatow beschlossen. Der 27-jährige Rechtsaußen unterschreibt bis 2027 – und beweist: Lokaler Stolz zählt mehr als lukrative Angebote.
Ein junge aus nordhessen wird zum publikumsliebling
Die Entscheidung fiel laut Ignatow „bevor der erste Berater das Wort Transferband sagte“. Geboren in Kassel, aufgewachsen in Melsungen, geprägt von der Nordhessen-Handball-Schule. Sein Weg führte ihn über die Jugendabteilung direkt in die 1. Bundesliga. In dieser Saison warf er 72 Tore, doch die Zahl täuscht: Seine wahre Stärke liegt im Sprint nach vorn und in der Unruhe, die er Gegner-Abwehrreihen bereitet.
Am Samstag, kurz vor dem Anwurf gegen Gummersbach, flatterte die offizielle Mitteilung durch die Pressefotografen-Linsen. Die Fans jubelten, als hätte Ignatow bereits das 1:0 erzielt. Co-Trainer Finn Lemke lachte: „Wir haben ihn emotional erpresst – mit Liebe.“

Mt-chef mohr setzt auf region statt rekord
Vorstand Andreas Mohr schiebt die emotionale Karte bewusst. „Dimi lebt die MT, er trägt unser Gesicht in die Kabine“, sagt er und deutet an, dass der Club künftig stärker auf heimische Kräfte setzen will. Die Botschaft: Wer hier verwurzelt ist, bekommt Vertrauen statt Transfergeld-Garantien. Ignatow selbst schwärmt von „Gänsehaut beim Einlaufen“ und davon, dass seine Eltern jedes Heimspiel von der Tribüne mitverfolgen. Ein Umzug in die französische oder polnische Liga war nie Thema.
Die Zahl, die bleibt: 2027. Drei weitere Jahre, in denen Ignatow nicht nur Tore schießen, sondern auch Talente coachen wird. Im Training arbeitet er bereits mit den U-18-Rechtsaußen an ersten Schritten, die ihn einst selbst groß machten. Sein Ziel lautet: „MT in die Play-offs führen – und dabei nie das Nordhessen-Kämpferherz verlieren.“
