Humphries stoppt littler mit 128er check: premier league bebt

Luke Humphries hat das Unmögliche möglich gemacht. Mit einem 128er Checkout über Doppel-10 beendete er im Decider die Siegesserie von Luke Littler und warf den amtierenden Weltmeister aus dem Wettbewerb. 6:5 hieß es am Ende in Nottingham – und die Arena tobte.

Der 25-jährige Weltmeister hatte vor sieben Tagen noch Cardiff geherrscht und das UK Open gewonnen. Jetzt saß er im Players-Lounge-Sessel, schwitzte, lächelte trotzdem: „Ich habe endlich die richtige Antwort gefunden“, sagte Humphries, nachdem er fünf Niederlagen gegen Littler in Folge abgestellt hatte. Mit einem Average von 105,71 und 46 Prozent auf die Doppel spielte er auf Augenhöhe. Littler blieb mit 101,31 ebenfalls über der magischen 100er-Marke, doch 56 Prozent Doppelquote reichten diesmal nicht.

Humphries' nervenstahl nach verpatzten matchdarts

Zwei Matchpfeile ließ der 29-Jährige im zehnten Leg noch aus. Was folgte, war eine kleine Ewigkeit auf der Oche – und dann der 128er Big Fish, der Humphries auf die Beton-Brüllerei der Crowd schickte. „Ich wusste, dass ich die Doppel treffen muss, wenn ich Luke schlagen will. Heute habe ich’s getan“, sagte er nach dem Spiel, während Littler mit der Faust in Richtung Publikum gestikulierte, das ihn beim Wurf mit Pfiffen bedacht hatte.

Der Youngster aus Warrington hatte sich zuvor in einem Krimi gegen Gerwyn Price durchgebissen – 6:5, Decider, Average 108,66. „Littler und Price battlen sich auf Weltniveau“, kommentierte Bastian Schwele live. Doch der zweite Showdown des Abends wurde zur Humphries-Show.

Van gerwen und rock weiter im freien fall

Van gerwen und rock weiter im freien fall

Während die Lukes den Main-Event lieferten, erlebten zwei andere Topstars einen rabenschwarzen Abend. Michael van Gerwen kassierte seine vierte Auftaktniederlage in Serie – 3:6 gegen Jonny Clayton. Der Niederländer verlässt Nottingham mit nur zwei Punkten auf dem Konto und dem Gefühl, dass sich die Saison schon im März entfernt. Auch Josh Rock geht leer aus: Sechs Spieltage, null Siege. Gegen Stephen Bunting setzte es eine 1:6-Packung, die seinen Playoff-Traum bereits jetzt ad acta legt.

Im Finale wartet nun Clayton auf Humphries. Der Waliser schaltete Bunting im Halbfinale mit 6:3 aus und tritt als einziger verbleibender Spieler ohne Niederlage in der Nacht an. Die Premier League bebt – und wir dürfen wieder ahnen, warum sich Darts in England wie Fußball anfühlt: laut, unberechenbar, unversöhnlich.