Hsv im hexenkessel: polzin krempelt kader massiv um!

Hamburg – Ein Fußball-Tsunami rollt durch die Hansestadt! Nur knapp 19 Monate nach seinem Amtsantritt krempelt HSV-Trainer Merlin Polzin seinen Kader erneut grundlegend um. 35 Abgänge in anderthalb Jahren sind nur die Spitze des Eisbergs, und dieser Sommer verspricht, die Zahl noch weiter in die Höhe zu treiben. Was steckt hinter diesem radikalen Umbruch und wie will der HSV damit die Wende schaffen?

Intensität als oberstes gebot

Polzin und sein Team legen bei ihren Entscheidungen ausschließlich Wert auf das, was die Mannschaft für das jeweilige Saisonziel benötigt. Das Schlagwort lautet dabei klar: Intensität. Doch Intensität bedeutet für den Coach nicht einfach nur hohe Laufleistungen, sondern vor allem Stabilität in Zweikämpfen, blitzschnelle Umschaltmomente im Kopf und vor allem: mehr Power im Fußball. Diese Kriterien müssen auch die neuen Spieler erfüllen, die in den Kader rücken.

Der Umbruch hat bereits vor über einem Jahr begonnen, als Polzin nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt Levin Öztunali und Moritz Heyer zur U21 schickte – ein Signal an die Konkurrenz: Hier räumt man gnadenlos auf. Und diese Politik setzt sich fort. Sogar der langjährige Kapitän Sebastian Schonlau musste in der Vergangenheit auf die Bank, um Platz für einen körperlich anspruchsvolleren Spielstil zu schaffen.

Vier von 30? eine fast schon surreale vorstellung

Vier von 30? eine fast schon surreale vorstellung

Die Zahlen sind schwindelerregend. Rund 70 Transferbewegungen in anderthalb Jahren! Es ist gut möglich, dass nach Ende des Transferfensters nur noch vier von den 30 Profis im Kader stehen, die im Mai 2025 auf dem Rathausbalkon den Aufstieg feierten. Einziger Lichtblick in dieser Flut von Abgängen: Torwart Daniel Heuer Fernandes, der weiterhin eine feste Größe im Tor ist.

Sportdirektor Claus Costa arbeitet fieberhaft daran, die entstandenen Lücken zu füllen. Der teuerste Transfer seit neun Jahren ist Leihgabe Albert Grønbæk, der für 4,7 Millionen Euro fest verpflichtet wurde. Seine Vielseitigkeit – er kann im Mittelfeld, auf dem Flügel und als defensiver Außenbahnspieler agieren – macht ihn zu einer wertvollen Bereicherung für das Team.

Die scouting-abteilung im turbo-modus

Die scouting-abteilung im turbo-modus

Die Suche nach einem neuen Abwehrchef als Ersatz für den verletzten Luka Vuskovic steht ebenso auf der Agenda wie die Suche nach mehreren Außenverteidigern, die idealerweise auf beiden Seiten einsetzbar sind. Aktuell plant der HSV lediglich mit Miro Muheim und Bakery Jatta für die Außenpositionen, wobei Muheim selbst auch ein Thema für einen möglichen Transfer sein könnte. Ein Jahr vor Vertragsende und als WM-Teilnehmer könnte er den HSV noch eine Millionen-Ablöse einbringen.

Elias Baum von Eintracht Frankfurt gilt als heißer Kandidat für die Position des rechten Verteidigers. Nach einem persönlichen Gespräch ist Polzin und sein Team von dessen Fähigkeiten überzeugt. Die Ablöse dürfte im Bereich von drei bis fünf Millionen Euro liegen, auch andere Bundesligisten zeigen Interesse.

Um den Dauer-Umbruch stemmen zu können, setzt der HSV verstärkt auf seine Scouting-Abteilung, die im Sommer um zwei neue Späher und ein erweitertes Datenscouting verstärkt wurde. Ziel ist es, potenzielle Zugänge frühzeitig zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie den definierten Profilen entsprechen.

Die Faszination des HSV ist unbestreitbar, doch die Frage bleibt: Kann Polzins radikale Strategie den erhofften Aufstieg in die Bundesliga tatsächlich beschleunigen? Oder wird der HSV im endlosen Kreislauf des Umbruchs gefangen bleiben?