Hsv hamburg kämpft sich zum sieg – wetzlar bangt um die liga!
Ein Handball-Krimi höchster Güte ging am vergangenen Samstag in der Hamburger Sporthalle über die Bühne – und die Daumen waren fest gekrallt. Der HSV Hamburg sicherte sich gegen die HSG Wetzlar einen knappen 33:32-Sieg, der für die Gäste jedoch bittere Folgen haben könnte: Der Abstieg in Liga 2 rückt bedrohlich näher.

Überraschung in kiel und die folgen für wetzlar
Die Ausgangslage war denkbar dramatisch. Der überraschende Sieg des SV Minden gegen den THW Kiel am selben Tag katapultierte Wetzlar in die Schieflage. Nun droht die HSG, punktgleich mit Minden (die am Sonntag in Leipzig gefordert sind) und mit einem deutlich schlechteren Torverhältnis sowie einer schwierigeren Aufgabe gegen Meister Magdeburg am Sonntag (15 Uhr, live bei Dyn) konfrontiert zu werden. Ein Punktgewinn wäre für die Mittelhessen angesichts dieser Umstände kaum ausreichend gewesen, um den Klassenerhalt zu sichern.
Die 3160 Zuschauer in Hamburg wurden Zeugen eines Kampfspiels, das jedoch überraschenderweise nicht die erhoffte Zerrissenheit zeigte. Der HSV, erkennbar an ihren blauen Sondertrikots, wirkte zunächst wie paralysiert, lediglich das Kempa-Tor von Casper U. Mortensen sorgte für einen kurzen Aufreger. Beide Defensivreihen schienen bereits im Sommerurlaub vorzuziehen, was zu einem ungewöhnlich offenen Spielbild führte. Zur Pause lagen die Gäste mit 19:20 knapp vorn.
„Wenn wir in der Abwehr besser stehen, könnte das Ergebnis noch besser sein“, kommentierte HSG-Geschäftsführer Michael Allendorf (39) die Situation zur Pause. Seine Worte spiegelten die angespannte Lage wider, denn die Hoffnung auf einen Ausrutscher der Kieler war geplatzt. „Wir hatten gehofft, dass der THW seine Spiele durchzieht“, räumte Allendorf ein, „aber wir wussten, dass wir in Hamburg vielleicht etwas holen mussten.“
Nach dem Wechsel blieb es eng und torreich. Wetzlar kämpfte verbissen um seine Existenz, nutzte die Fehler der Gastgeber geschickt und hielt sich meist nur knapp einen Treffer vorn. Der HSV, der das Hinspiel noch deutlich dominiert hatte (35:26), wirkte erschöpft und kämpfte sich mühsam durch die letzten Spielminuten. In der 57. Minute brachte eine Zeitstrafe gegen David Akakpo Wetzlar in Unterzahl, woraufhin Hamburg die Führung übernahm (32:31).
Casper Ulrich Mortensen (36), mit sieben Toren bester Werfer der Hamburger, sorgte schließlich für die Entscheidung, während die Abwehr einen wichtigen Ball abfing. Der HSV konnte den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff verteidigen und feierte einen weiteren Sieg, der gleichzeitig das Ende der Karrieren einiger Stars markierte.
Die dritte Halbzeit verlor der HSV jedoch deutlich, als einige Fans den vorzeitigen Rückzug in die Kabine der Spieler nutzten. Ein schlechtes Zeitmanagement, insbesondere angesichts der Abschiede, die diesen Abend begleiteten. Kapitän Niklas Weller (33) beendet seine Karriere und übernimmt ab Juli das Präsidentenamt des Vereins. „Es war nicht die beste Nacht, die ich jemals erlebt habe“, gestand Weller mit wackeligen Knien.
Andreas Magaard (27) verabschiedet sich ebenfalls, um zu seinem Jugendverein GOG in Dänemark zurückzukehren. Jacob Lassen (30) wird bei den Rhein-Neckar Löwen spielen, während Torwart Mohamed El-Tayar (30) sich dem TVB Stuttgart anschließt. Die Zukunft von Azat Valiullin (35) ist noch unklar. Wetzlar steht nun am Sonntag vor einer entscheidenden Begegnung – der Klassenverbleib hängt von diesem Spiel ab.
