Spanien überzeugt: vier kapitäne und ein vielversprechendes signal vor der wm
Ein Sommercheck, der mehr als nur eine Formsache war: Spanien präsentierte sich gegen Irak in bemerkenswerter Form, auch wenn das Ergebnis am Ende nur ein knappes 1:1 zeigte. Was die Partie vor allem offenbart, ist die beeindruckende Kontinuität im spanischen Spiel, selbst wenn zahlreiche Stammspieler fehlten – ein klarer Vorteil für Luis de la Fuente vor dem anstehenden Turnier in den USA.
Die identität bleibt bestehen – trotz debüts
Acht neue Gesichter in der Startelf, zahlreiche Ausfälle von Leistungsträgern wie Pedri, Nico Williams oder Rodri – das hätte jede andere Nation vor ein Scherbenhaufen treiben können. Doch Spanien bewies, dass das System funktioniert, unabhängig von der Konstellation. Die Ballbehandlung war flüssig, das Passspiel blitzschnell, die Offensive mutig – wie aus einem Guss, als hätten die Spieler gestern noch zusammen trainiert. Das ist nicht selbstverständlich und zeugt von einer tief verwurzelten Spielphilosophie.
Joan García, der in der Torwartfrage als Alternative zu Unai Simón gehandelt wurde, hatte zwar seinen holprigen Moment, der seine Position aber letztlich nicht mehr gefährdet. De la Fuente schien von Anfang an zu wissen, was er tat, und vertraute dem jungen Schlussmann. Die Entscheidung für Unai Simón steht, wie es scheint, fest.

Baena entpuppt sich als überraschungsmann
Während einige Spieler die WM-Reise verpassen werden, hat ein anderer die Chance genutzt, um zu überzeugen: Antonio Baena. Der Leihspieler von Atlético Madrid zeigte eine Leistung, die weit über das hinausging, was er in der heimischen Liga bisher gezeigt hat. Seine Dynamik, sein Mut nach vorne, seine Präzision im Passspiel – er war der Dreh- und Angelpunkt im spanischen Spiel. Es scheint, als ob die Atmosphäre im Nationalteam ihm deutlich besser liegt als die bei Atlético. Ein interessanter Ansatzpunkt für Trainer Diego Simeone?
Auch die linke Abwehrseite präsentierte sich in bester Form. Während Cucurella gesetzt ist, sorgte Grimaldo mit seiner Technik und Fitness für zusätzliche Sicherheit. Die Abstimmung zwischen Baena und Grimaldo in der ersten Halbzeit war schlichtweg herausragend – eine vielversprechende Kombination für die Zukunft.

Ein fest für die fans in a coruña
Der Rasen von Riazor präsentierte sich nach der nächtlichen Feier der Fans des Deportivo la Coruña in makellosem Zustand. Ein Lob ist hier an die Verantwortlichen des Vereins und des spanischen Fußballverbands (Federación Española de Fútbol) gebührt. Die Vorbereitung auf das Länderspiel war erstklassig und bot den Zuschauern eine perfekte Kulisse.
Das Spiel gegen Irak war mehr als nur ein Test. Es war ein Statement. Ein Beweis dafür, dass Spanien auch ohne seine absoluten Stars eine schlagkräftige Mannschaft ist, die vor keinem Gegner Angst haben muss. Mit dieser Leistung und dieser Einstellung geht man gestärkt in die WM-Vorbereitung. Die Zeichen stehen gut für ein erfolgreiches Turnier.
