Hsg wetzlar am scheideweg: reaktionen gegen stuttgart gefragt!

Die Luft in Wetzlar ist zum Schneiden dick. Nur noch zwei Punkte trennen die HSG Wetzlar vom rettenden Ufer in der Handball-Bundesliga, und die jüngste 27:41-Demütigung bei den Rhein-Neckar Löwen hat die Alarmglocken ohrenbetäubend laut schrillen lassen. Am Donnerstagabend gegen den TVB Stuttgart steht nun ein weiteres Finale an – ein „Muss-Spiel“, wie Geschäftsführer Björn Seipp unmissverständlich macht.

Die abwehr muss her – runar sigtryggsson fordert umbruch

Die abwehr muss her – runar sigtryggsson fordert umbruch

Trainer Runar Sigtryggsson scheint noch immer von dem Debakel in Mannheim traumatisiert. „Wir haben keine Abwehr gestellt“, echauffiert er sich, und das ist ehrlich gesagt eine diplomatische Umschreibung. Die Leistung war schlichtweg inakzeptabel. Jetzt fordert er von seinem Team eine „klare Reaktion“, denn es ist offensichtlich: Ohne eine drastische Verbesserung der Defensivarbeit wird der Klassenerhalt eine Illusion bleiben. Die Mannschaft muss sich neu finden, eine neue Mentalität entwickeln – und zwar schnell.

Doch es ist nicht nur die Abwehr, die zwingend verbessert werden muss. Auch im Angriff hapert es an Konstanz. „Es reicht nicht, wenn wir pro Halbzeit nur 15 Minuten gut spielen“, mahnt Sigtryggsson. Die Fans in der heimischen Halle erwarten mehr als nur sporadische Lichtblicke. Sie brauchen eine kämpfende, widerstandsfähige Mannschaft, die bereit ist, alles zu geben, um den Abstiegskampf zu gewinnen.

Personell kann Sigtryggsson zum Glück weitgehend auf seine Stammkräfte zurückgreifen. Lediglich Lion Zacharias fällt weiterhin mit seiner Knieverletzung aus. Ein weiterer Verlust ist der frühere Torhüter Karim Hendawy, der seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst hat und sich im Ausland einer neuen Herausforderung stellt. Das bedeutet aber auch, dass andere Spieler die Chance bekommen, sich zu beweisen und Verantwortung zu übernehmen.

Das Torverhältnis spricht aktuell für Wetzlar, und das Spiel gegen GWD Minden am Sonntag könnte die Situation noch weiter entspannen. Aber man sollte sich nicht auf andere verlassen. Die Entscheidung liegt in den eigenen Händen. Gegen Stuttgart muss die HSG Wetzlar endlich zeigen, was in ihr steckt – und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Die Fans sind da, die Hoffnung ist noch nicht gänzlich geschwunden. Aber die Zeit läuft ab.