Hovik keuchkerian und sein 'grito': ein schonungsloser blick auf die gesellschaft
- Hovik keuchkerian bei pablo motos: ein abend voller ehrlichkeit und provokation
- Volle häuser trotz fehlender traditioneller werbung
- Emotionen und der umgang mit wut
- 'Grito': mehr als nur unterhaltung
- Ein befreiendes werk: 'grito' als ventil
- Politische zuschreibungen und die rolle des publikums
- Die absurde welt und die verbotenen worte
- Kritik an selbsternannten rettern der welt
- Anekdoten und die suche nach authentizität
- Die akzeptanz von verrücktheit und die einsamkeit des todes
Hovik keuchkerian bei pablo motos: ein abend voller ehrlichkeit und provokation
Hovik Keuchkerian, bekannt aus der Erfolgsserie 'La Casa de Papel', war zu Gast bei Pablo Motos in 'El Hormiguero', um sein neues Bühnenstück 'Grito' vorzustellen. Das Monolog-Stück läuft derzeit in den Theatern Luchana in Madrid und geht anschließend auf eine Tour durch Spanien. Der Besuch war mehr als nur eine Promo-Aktion; es entwickelte sich ein tiefgründiges Gespräch über Gesellschaft, Emotionen und die menschliche Natur.
Volle häuser trotz fehlender traditioneller werbung
Motos bemerkte, dass 'Grito' trotz fehlender umfangreicher Werbung ausverkauft sei. Keuchkerian bestätigte dies und erklärte: "Ich habe keine Werbung gemacht, aber wir sind bis September ausgebucht." Dieser Erfolg zeige, dass das Publikum nach etwas Echtem und Unverfälschtem sucht. Es sei ein Zeichen dafür, dass Menschen bereit sind, sich auf Inhalte einzulassen, die sie herausfordern und zum Nachdenken anregen.

Emotionen und der umgang mit wut
Ein zentrales Thema des Stücks und des Gesprächs war der Umgang mit negativen Emotionen, insbesondere Wut. Keuchkerian stellte die Frage, ob wir nur diejenigen bewerten sollten, die ihre Emotionen kontrollieren können. Er argumentierte, dass es "einen Bärendienst" wäre, Menschen zu verurteilen, die aufgrund mangelnder Bildung oder schwieriger Umstände nur mit "Beschimpfungen oder Schreien" reagieren können. Gleichzeitig übte er Kritik an jenen, die äußerlich kultiviert sind, innerlich aber "abscheulich" seien.

'Grito': mehr als nur unterhaltung
Keuchkerian betonte, dass 'Grito' kein leichtes Stück sei und nicht für jedes Publikum geeignet ist. "Es ist ein Text, der nicht einfach ist, er ist nicht für alle", sagte er. Dennoch habe sich das Stück im Laufe von 64 Aufführungen entwickelt und gefunden. Er sei sich bewusst, dass ein Teil des Publikums nach zehn Minuten abschaltet, aber es gäbe auch einen anderen Teil, den das Stück "erreicht". Der Schauspieler scheint sich daran zu erfreuen, dass seine Aufführung nicht unumstritten ist und sogar dazu führt, dass Besucher den Saal verlassen.
Ein befreiendes werk: 'grito' als ventil
Das Schreiben von 'Grito' sei für Keuchkerian ein befreiender Prozess gewesen. "Ich kann nicht auf Bestellung schreiben, ich bin schrecklich darin", gestand er. Das Stück sei "einfach herausgekommen", ein Ausdruck dessen, was sein Körper und seine Seele brauchten. Es sei das "Erbrochene", das er sagen musste. Diese Ehrlichkeit und Authentizität scheinen ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs von 'Grito' zu sein.
Politische zuschreibungen und die rolle des publikums
Motos fragte Keuchkerian, ob er sich als Teil der "Facho-Sphäre" betrachte, da er in 'El Hormiguero' zu Gast war. Keuchkerian antwortete humorvoll: "Ich bin von der 'Facho-Sphäre', wenn ich zu 'El Hormiguero' komme, ich bin ein 'Roter', wenn ich zu 'La Revuelta' gehe und in meiner eigenen Show wurde ich gleichzeitig als 'Rot' und 'Facho' bezeichnet." Er betonte, dass 50% seiner Performance von der Reaktion des Publikums abhängen. Jeder interpretiere seine Worte anders, abhängig von der eigenen Perspektive.
Die absurde welt und die verbotenen worte
Keuchkerian kritisierte das Verbot des Wortes "subnormal". Er argumentierte, dass das Wort seine ursprüngliche Bedeutung verloren habe und es ironisch sei, es gerade jetzt zu verbieten, da es in der heutigen Welt relevanter denn je sei. Er stellte die Frage, ob wir wirklich "subnormal" seien, wenn wir nicht in der Lage seien, grundlegende Dinge wie das Einhalten von Regeln oder das Zeigen von Respekt zu leisten.
Kritik an selbsternannten rettern der welt
Keuchkerian äußerte sich kritisch über Menschen, die sich selbst als Retter des Planeten sehen, aber im Alltag unfähig sind, einfache Höflichkeiten zu praktizieren. "Wenn du nicht einmal in der Lage bist, den Einkaufswagen zurückzustellen, wie willst du dann mit anderen zusammenarbeiten, um einen Planeten zu retten?" Er vertrat die radikale Ansicht, dass die Menschheit es verdiene, auszusterben und dass die Erde auch ohne uns weiterleben werde.
Anekdoten und die suche nach authentizität
Motos erwähnte eine Anekdote über eine Toilette, die Keuchkerian einst in seinem Wohnzimmer hatte. Der Schauspieler bestätigte dies und erklärte, dass er sich einfach danach gesehnt habe. Nach der Show stehe er oft vor der Tür, um mit dem Publikum zu sprechen. Er mache deutlich, dass er nicht jedem gefallen wolle, sondern dass er bestrebt sei, ehrlich und konsequent zu sich selbst zu sein.
Die akzeptanz von verrücktheit und die einsamkeit des todes
Keuchkerian schloss das Gespräch mit der Feststellung, dass er am Ende allein und verrückt sterben werde. Er erwähnte unveröffentlichte Gedichte, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Er sehe den Tod als unvermeidlich an und die Verrücktheit als eine Überlebensstrategie. Diese düstere, aber ehrliche Aussage unterstrich einmal mehr die Tiefgründigkeit und Authentizität von Hovik Keuchkerian.
