Hollywood schlägt championship: wrexham ballert 56 mio. euro rein – und verliert trotzdem 17,8
Ryan Reynolds und Rob McElhenney haben den englischen Traditionsklub Wrexham AFC nicht nur ins Fernsehen gebracht – sie haben ihn zur Geldwäscher-Maschine umgebaut. 39 Millionen Euro Umsatz in der League One, 24 % Plus, kein Klub in Spaniens Zweiter Liga kommt auch nur annähernd an diese Zahl heran. Doch das Konto blutet: 17,8 Millionen Euro Verlust, das Fünffache des Vorjahres. Die Rechnung für den Aufstieg in den Championship.
Die apollo-geier sind im rennen
Um die Lücke zu stopfen, pumpten Reynolds, McElhenney und die neue Beteiligungsgesellschaft Apollo Sports Capital – denselben Fonds, der gerade Atlético Madrid übernahm – 56 Millionen Euro nach. Ein Gutteil davon floss direkt zurück in die Taschen der Hollywood-Stars: 12 Millionen Euro, die sie seit 2021 als Darlehen vorstreckten, wurden abgelöst. Die Botschaft: Das Projekt Wrexham ist jetzt kein Spaß mehr, sondern ein Asset, das sich selbst tragen muss.
Der Spieltag allein bringt 6,9 Millionen Euro – Ticketing plus Hospitality. Die Zuschauerzahl stieg auf durchschnittlich 12.781, erstmals seit 1978 wieder fünfstellig. Dafür montierten die Waliser eine provisorische Tribüne mit 3.000 Plätzen. Die permanente Nachverdichtung des Racecourse Ground soll auf 18.000 Sitze führen – genug, um Spiele der Frauen-WM 2035 zu beherbergen. Die FIFA guckt bereits.

58 % Des geldes kommen aus dem ausland
United Airlines, Meta, HP – nur drei der 20 Marken, die sich an Bord hangeln. Letztere beiden werben sonst nur mit Real Madrid im Fußball. Der kalte Kaffee Stōk (Danone) kaufte sich die Namensrechte am Stadion. Sponsoring wuchs um 32 % auf 20,3 Millionen Euro, ein Wert, für den man in Spanien ganze Klubs kaufen kann. Merchandising legte um 14 % auf 5,9 Millionen zu; Macron, Ausstatter seit Tag eins, druckt Trikots im Dreischichtbetrieb.
Die Kehrseite: Der Spielergehaltstopf explodiert. 23,3 Millionen Euro Lohnkosten, plus 81 %. Die Amortisation von Transfers verfünffachte sich auf 2,8 Millionen. Ein Championship-Klub, der wie ein Premier-League-Club lebt, riskiert den Absturz in die Insolvenz – siehe Reading, Derby, Bolton. Reynolds und McElhenney wetten darauf, dass die Marke Wrexham das verhindert. Die nächste Staffel ihrer Disney+-Doku wird zeigen, ob das Kalkul aufgeht oder ob der Traum vom schottischen Whisky endet – mit einem Kater in Millionenhöhe.
