Höfl packt aus: schröder will karriere in braunschweig beenden
Marcus Höfl hat es bestätigt: Dennis Schröder träumt nicht von Hollywood, sondern von der Magnolia-Stadt. Der Magier hinter Schröders Geschäften verrät im SPORT1-Podcast „Deep Dive“, dass der NBA-Star seine Laufbahn beim Heimatklub Basketball Löwen Braunschweig ausklingen lassen will.
Der handschlag, der mehr ist als ein spiel
„Ich frag ihn nochmal, aber ich denke, die Chancen sind gut“, sagt Höfl und reicht Moderator Lenny Peteanu die Hand – nicht zum Abschied, sondern als Deal. Ein Deal für Braunschweig. Denn während andere Superstars im Sonnenuntergang von Miami oder Dubai posieren, plant Schröder seine Zukunft in der niedersächsischen Provinz. Dort, wo er einst als Jugendlicher über den Asphalt dribbelte, will er zurückkehren – nicht als Tourist, sondern als Spieler.
Die Nacht, in der sich alles drehte, war keines jener glanzvollen NBA-Events. Es war ein Sofa in Boston. Höfl erinnert sich: „Ich bin da komplett blank rein.“ Stattdessen saß er bis fünf Uhr morgens bei Schröder, aß, trank, sprach – und erkannte: „Dahinter steckt ein feinfühliger Mensch.“ Ein Mensch, der nicht nur Crossover und Stepbacks beherrscht, sondern auch die Kunst, zuzuhören.

Disziplin statt dampfplauderern
Was Höfl erzählt, klingt nicht nach dem Klischee des abgehobenen Millionärs. Kein Ein-Mann-Kosmos, keine Bodyguards, die die Kaffeetasse wegnehmen. Stattdessen: Pünktlichkeit, Struktur, ein Mann, der seine Turnschuhe selbst putzt. „Ich habe so viele positive Dinge beim Dennis gesehen, über die vorher noch nie jemand geredet hat“, sagt Höfl. Und meint damit nicht Marketing-Floskeln, sondern Charakter. Disziplin. Die Fähigkeit, nach einem 40-Punkte-Spiel noch 200 Freiwürfe zu schießen – allein.
Diese Hingabe hat Spuren hinterlassen – nicht nur in den Statistiken, sondern auch auf dem Konto der Löwen. Höfl redet offen: „Das ist bei weitem nicht rentabel.“ Doch er sieht Kurven, die nach oben zeigen. „Jetzt über die letzten Jahre ist da einiges aufgebaut worden.“ Ein Netzwerk, eine Infrastruktur, vielleicht sogar ein Stückchen Hoffnung für den deutschen Basketballstandort.

Braunschweig wird laut – auch ohne nba-arena
Die Fans der Löwen schlafen seit Höfls Interview schlechter. Sie träumen nicht von Playoffs, sondern von einem einzigen Namen auf dem Rücken des Trikots. Kein Sponsor, kein Wechselgeld, sondern ihr Dennis. Der Junge vom Mascheroder See, der jetzt in Cleveland gegenDončić und Curry antritt, aber denkt an die Glocken der Stadtmitte.
Höfl wird nicht müde, die Geschäfte laufen weiter. Doch wenn er von Braunschweig spracht, klingt sein Ton anders. Nicht wie der Manager, sondern wie ein Zeuge. Jemand, der gesehen hat, wie ein globaler Star seine Wurzeln nicht vergisst. Und vielleicht auch jemand, der weiß: Manchmal ist der größte Transfer kein Wechsel zu den Lakers, sondern der nach Hause.
