Hoffmann bricht skifliegen ab – setzt auf gesundheit statt risiko

Felix Hoffmann fliegt nicht mehr. Der Mann, der vor Weihnachten noch vier Mal auf dem Podium stand, verabschiedet sich vor Vikersund und Planica aus diesem Winter. Sein letzter Sprung war kein Sieg, sondern ein Warnschuss: Beinahe wäre er in Oslo abgestürzt.

Die entscheidung fällt nach dem beinahe-crash

Stefan Horngacher, der scheidende Bundestrainer, bestätigt: „Felix beendet die Saison.“ Statt sich auf die Schanzen der Giganten zu stürzen, folgt Hoffmann einem Stabilisierungsplan. Ben Bayer rückt nach, bekommt den Platz, den Hoffmann freimacht. Die Begründung liegt in Oslo begraben – dort, wo der Wind die Schanze zur Falle machte und Hoffmann nur noch an der Latte hing.

In seiner Kolumne schreibt der 28-Jährige mit offener Wut: „Bei allem Verständnis für Fernsehzeiten und Werbegelder, von denen wir auch alle leben, hat meiner Meinung nach die Gesundheit der Springer die absolute Vorfahrt.“ Die Zeilen klingen, als hätte er schon den nächsten Sturz vor Augen. Olympia-Sieger Philipp Raimund verzichtete am selben Tag auf einen zweiten Versuch – ein Schweigen, das lauter ist als jede Pressekonferenz.

Der formdipp kommt zur rechten zeit

Der formdipp kommt zur rechten zeit

Nach der Vorbild-Phase im Dezember verflachte Hoffmanns Kurve. Kein Sprung reichte mehr für die Top-Gruppe, die Punkte schrumpften, das Selbstvertrauen ebenfalls. Wer jetzt erwartet, dass er mit trainierten Beinen und klarem Kopf zurückkommt, unterschätzt die Lücke, die ein Frühabbruch reißt. Die Saison 2025/26 beginnt in sieben Monaten – ohne Wettkampfrhythmus, ohne Flug-Erfahrung auf der größten Anlage der Welt.

Die Verbandsspitze lobt den Schritt als „verantwortungsvoll“. Doch hinter den Kulissen wischt man sich mit der Hand über die Stirn: Ein Top-Ten-Athlet, der freiwillig auf Prestige und Preisgeld verzichtet, stellt die Balance zwischen Leistung und Lebensdauer aufs Neue zur Disposition.

Für die Zuseher bleibt ein leeres Startfenster. Für Hoffmann bleibt ein winterloses Frühjahr, das ihm vielleicht die nächste Winterkarriere rettet. Die Saison ist beendet – die Diskussion darüber, wie viel Risiko Sport verkraftet, beginnt gerade erst.