Hofer fehlerfrei, doch perrot läuft italien davon

Lukas Hofer hat die Nerven am Schießstand kalt wie zuletzt 2014, doch der Traum vom Podest zerbarst 1,3 Kilometer vor dem Ziel. Der 36-jährige Südtiroler blieb in Kontiolahti sauber, wurde trotzdem nur Vierter – hinter dem französischen Dauerläufer Quentin Fillon Maillet und zwei Norwegern, die den Speed vorgelegt haben.

Perrot macht die wm-sonde dicht

Emilien Perrot jagte nach seinem ersten Einzel-Weltcupsieg nicht nur die 60 Sekunden Vorsprung heraus, sondern auch die Disziplinenwertung. Mit 127 Punkten Vorsprung auf Tommaso Giacomel – der nach seiner Ablation momentan fernsieht – kann der Franzose die kleine Kristallkugel kaum noch verlieren. Für Italien bleibt ein fader Beigeschmack: Ohne Giacomels Antritt fehlt der Konkurrent, der Perrot zuletzt auf Trab gehalten hatte.

Hofer selbst nahm die Niederlage gelassen. „Wer sauber schießt und trotzdem nur Viertkraft wird, weiß, dass drei einfach schneller Ski gefahren sind“, sagte er nach der Siegerehrung. Die 1.18,1 Minuten Rückstand sind für ihn keine Schande, sondern Beweis, dass er mit 36 noch auf Augenhöhe mit der Weltspitze liegt. Seine Zahlen sprechen: 0 Fehler, 19. Trefferquote im Stehendanschlag, durchschnittliche Schießzeit 25 Sekunden – alles im grünen Bereich.

Holm laegreid und christiansen liefern die devise

Holm laegreid und christiansen liefern die devise

Sturla Holm Laegreid nutzte die losen Spuren nach Olympia und fuhr nach 29,9 Sekunden Rückstand ins Ziel – sein erstes Podest dieser Saison. Vetle Sjåstad Christiansen schob sich mit 47,9 Sekunden dahinter. Beide Norweger gingen ohne Strafrunde, aber mit höherem Tempo. Die Botschaft an die Konkurrenz: Wer in der Loipe nicht mithalten kann, bleibt trotz Perfektion am Stand draußen.

Für Italien geht es am Samstag in die Staffel. Neben Hofer laufen Patrick Braunhofer, Nicola Romanin und Christoph Pircher. Die Devise ist klar: Schießen kann Hofer, jetzt müssen die Jüngeren den Rythmus vorgeben.